Der Kölner Karneval hat einen geplanten Rosenmontags-Wagen zum Anschlag auf das französische Magazin Charlie Hebdo gestoppt. Man stehe zur Botschaft des Motivwagens, allerdings habe es auch Rückmeldungen von besorgten Bürgern gegeben, teilte das Festkomitee mit

Im Karneval sei es wichtig, dass jeder ohne Sorgen fröhlich feiern könne. "Einen Persiflagewagen, der die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt, möchten wir nicht", schrieb das Komitee zur Begründung. Deshalb werde der Bau des Wagens gestoppt.

Über das Motiv des Wagens war auf Facebook abgestimmt worden. Die Mehrheit hatte dabei für einen Entwurf gestimmt, bei dem ein Jeck einen Buntstift in einen Gewehrlauf steckt, um die Meinungsfreiheit zu schützen.

Meinungs- und Narrenfreiheit

Der Zugleiter hatte danach noch die Entscheidung für den Wagen verteidigt. "Dazu sagen wir ganz klar Ja, denn die Angriffe waren ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit – im Karneval auch bekannt als Narrenfreiheit. Wir machen im Rosenmontagszug immer wieder auf politische und gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Dass dies geht, ohne Menschen bloßzustellen oder gar ihre religiösen Gefühle anzugreifen, zeigt der von den Facebook-Nutzern ausgewählte Wagen vorbildlich", hatte er mitgeteilt. 

Hinweise auf eine konkrete Gefahr gibt es nach Angaben der Kölner Polizei für den Festumzug nicht. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete unter Bezug auf Informationen aus Polizeikreisen, mehrere Karnevalisten hätten Sorge gehabt, im Zug in der Nähe des Wagens zu laufen – aus Angst, Ziel eines möglichen Anschlags zu werden. 

Oberbürgermeister Jürgen Roters plädierte dem Bericht zufolge noch wenige Stunden vor der Absage durch das Festkomitee dafür, den Wagen mitziehen zu lassen. Es sei für den Karneval wichtig, dass er sich "solidarisch zeigt mit denen, die Witz und Karikatur pflegen".