Papst Franziskus bei einer Pressekonferenz während seiner Asienreise © Alessandra Tarantino/Pool/AFP/Getty Images

Papst Franziskus wehrt sich gegen Kritik an der Position der katholischen Kirche in Verhütungsfragen. Die Ablehnung von Kondomen und der Antibabypille bedeutet nach Meinung des Kirchenoberhaupts nicht, sich unkontrolliert fortpflanzen zu müssen. "Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck –, dass sich gute Katholiken wie Karnickel vermehren müssen", sagte der Papst auf dem Rückflug von den Philippinen am Montag. Es gelte vielmehr das Prinzip der "verantwortungsbewussten Elternschaft", Eltern könnten die Zahl ihrer Kinder planen. Es gebe viele von der Kirche erlaubte Methoden, sagte der 78-Jährige vor Journalisten. 

Auf den Philippinen und in Sri Lanka hatte Franziskus seine bisher entschiedenste Verteidigung der Enzyklika Humanae Vitae von 1968 vorgebracht, mit der Geburtenkontrolle durch künstliche Verhütungsmittel abgelehnt wird. Auf den Philippinen wird das Thema breit diskutiert. Die Regierung des Landes fördert die Verbreitung von Verhütungsmitteln, um so die hohe Geburtenrate zu senken. Den Schritt sieht sie als Mittel zur Armutsbekämpfung. Die katholische Kirche auf den Philippinen leistet gegen die Politik seit Jahren starken Widerstand. Franziskus betonte auf seinem Rückflug, dass es eine Voraussetzung für das Sakrament der Ehe sei, dem Leben offen gegenüberzustehen. Drei Kinder pro Ehepaar seien ideal. 

Auf der Pressekonferenz im Flugzeug kritisierte Franziskus, dass westliche Organisationen aus seiner Sicht versuchen, ihre Vorstellungen von Sexualmoral Entwicklungsländern aufzudrängen. Bei einem Treffen zur Familienpolitik im Vatikan hatten afrikanische Bischöfe kritisiert, dass Hilfsorganisationen ihre Unterstützung oft davon abhängig machen, dass das empfangende Land die Verteilung von Kondomen erlaubt und Homosexuelle nicht benachteiligt. Dazu sagte Franziskus: "Wenn Bedingungen von imperialen Kolonisierern verhängt werden, wollen sie, dass das Volk seine eigene Identität verliert und eine gleichförmige Masse entsteht. Das ist ideologische Kolonialisierung." Auf einer Familiensynode der katholischen Kirche in diesem Herbst soll das Thema Sexualität eine zentrale Rolle spielen.

Nach seiner Asienreise will der Papst in diesem Jahr vor allem Entwicklungsländer in Südamerika und Afrika besuchen. Er hoffe, Ecuador, Bolivien und Paraguay sowie die Zentralafrikanische Republik und Uganda besuchen zu können, sagte das Kirchenoberhaupt. Die Reisen seien aber noch alle im Planungsstadium und noch sei nichts bestätigt. Fest stehe bisher nur eine Reise in drei US-Städte im September, bei der er den Missionar Junípero Serra heiligsprechen werde.