Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo will gegen den US-Sender Fox News wegen Imageschädigung klagen. Grund sind dessen Berichte über angebliche rechtsfreie muslimische Zonen in Paris. Gegen diese falsche und beleidigende Darstellung werde die Stadt in den nächsten Tagen in Paris oder den USA klagen, sagte Hidalgo dem Sender CNN.

Nach der islamistischen Anschlagsserie in Paris hatte der Fernsehsender behauptet, es gebe in Frankreichs Hauptstadt solche No-go-Areas, in die sich die Polizei nicht mehr hinein wage. Fox News hatte auch eine Karte mit den behaupteten "rechtsfreien Zonen" gezeigt. Der Sender entschuldigte sich später für diese Darstellung. 

"Das Image und die Ehre von Paris wurden beschädigt", sagte Hidalgo CNN. Rechtsexperten räumen der Klage allerdings geringe Chancen auf Erfolg ein. 

Fox News bezeichnete rechtliche Schritte als fehl am Platz. "Wir fühlen mit den Franzosen auf ihrem Heilungsprozess und auf ihrem Weg zurück zur Normalität", sagte Vizepräsident Michael Clemente CNN.

Fox News ist ein konservativer US-Nachrichtensender, der zum Medienkonzern des australischen Unternehmers Rupert Murdoch gehört. Er hat mehr als eine Million Zuschauer pro Tag und gilt als – voreingenommene – Stimme der politischen Rechten in den USA.

Entschuldigung, aber ...

Dem Sender wurde vorgeworfen, mit seinem Bericht über No-go-Zonen eine generelle Angst vor Muslimen zu wecken. Fox-News-Sicherheitsexperte Steven Emerson hatte auch behauptet, die britische Stadt Birmingham würde von Nicht-Muslimen vollständig gemieden. Premier David Cameron bezeichnete den entsprechenden Moderator als "Vollidioten". 

Moderatorin Julie Banderas entschuldigte sich später für "bedauernswerte Fehler" in den Berichten über Muslime in Europa. "Wir bedauern die Fehler sehr", hieß es vom Sender. Zugleich behauptete der Sender, es gebe wie auch in den USA in Europa Zonen von Schwerstkriminalität, die Touristen und Polizei nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen betreten würden.