Die Gewalt in Deutschland gegen Flüchtlinge, Migranten und deren Unterkünfte hat laut einem Medienbericht zugenommen. Seit den ersten Pegida-Demonstrationen Ende Oktober habe sich die Zahl rassistisch motivierter Übergriffe gegenüber dem vorigen Dreimonatszeitraum verdoppelt, berichtet das ARD-Magazin Report Mainz.

Während es in den drei Monaten vor Pegida bundesweit 33 Übergriffe auf Migranten und Flüchtlinge gegeben habe, seien es innerhalb der vergangenen drei Monate 76 Taten gewesen. Das TV-Magazin hat Agenturen, Zeitungs-, Hörfunk- und Fernsehberichte ausgewertet, Pressemitteilungen der Polizei sowie Chroniken der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA). Verglichen wurde das vergangene Vierteljahr (erster Pegida-Aufmarsch am 20. Oktober bis 20. Januar) mit dem Vierteljahr davor (20. Juli bis 19. Oktober).

Solche Veränderungen habe es in den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre 2012 und 2013 nicht gegeben. Auf der Internetseite des Magazins ist die gesamte Chronik der Übergriffe aufgelistet. Erfasst sind Raubüberfälle, Körperverletzungen, Totschlag und Sachbeschädigungen im gesamten Bundesgebiet.

Die vom Bundeskriminalamt geführte Statistik sogenannter Politisch Motivierte Kriminalität – rechts (PMK – rechts) erreichte im November 2014 einen Höchststand von 63 Gewalttaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund. In den Monaten davor waren es durchschnittlich 38. Das entspricht einem Plus von 66 Prozent. Diese Zahlen gehen aus den Antworten der Bundesregierung auf monatliche Anfragen der Partei Die Linke hervor.

Auch die Opferberatungsstelle Sachsens, finanziert von Land und Bund, hat mehr Vorfälle mit Migranten seit Pegida verzeichnet, sagte Robert Kusche, der Geschäftsführer der Opferberatung, in einem ARD-Interview. Flüchtlingshilfsorganisationen beklagen ebenfalls einen Anstieg von rechtsextremistisch motivierter Gewalt. Die meisten rassistisch motivierten Körperverletzungen hätte es in Sachsen gegeben, teilten Pro Asyl und die Amadeu Antonio Stiftung mit.