In der Kölner Innenstadt blieb das Licht aus, Gegner von Pegida sammelten sich in Berlin und Stuttgart, Volkswagen stellte in Dresden die Beleuchtung ab: Unter dem Motto "Licht aus für Rassisten" demonstrierten die Gegner des Bündnisses "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in zahlreichen deutschen Städten, um ein Zeichen gegen Rassismus setzen. 

In Köln konnten die Gegner den Gang der Kögida-Anhänger durch die Stadt verhindern. Die Versammlung wurde nach etwa zwei Stunden ohne den geplanten Demonstrationszug beendet, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

An zahlreichen zentralen Plätzen der Stadt blieb für die Dauer der Pegida-Demonstrationen das Licht aus: Der Stromversorger Rhein-Energie hüllte den Kölner Dom in Dunkelheit. Auch die Brücken und die Altstadt wurden nicht angestrahlt. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters sprach von einem "deutlichen Denkanstoß an potenzielle Teilnehmer der Demonstration, ihre Haltung und Teilnahme noch einmal zu überdenken".

Die Kölner Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz und trennte die Lager. Der Versuch von rund hundert Vermummten, den Platz der Kögida-Demonstranten zu stürmen, wurde verhindert. "Köln bleibt bunt", hieß es auf einem Plakat der Gegendemonstranten, die den Kögida-Anhängern den Weg versperrten. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) sagte dem Kölner Stadtanzeiger, die dortigen Ereignisse zeigten, dass es sich bei Pegida um eine regionale Bewegung und nicht um ein flächendeckendes, bundesweites Phänomen handele.

Berlin stellte am Brandenburger Tor die Beleuchtung ab. In der Hauptstadt hatten sich am Tor und am Roten Rathaus laut Polizei insgesamt etwa 5.000 Menschen versammelt, um gegen die etwa 300 Teilnehmer des Pegida-Ablegers Bärgida zu demonstrieren. Bei der Gegenveranstaltung sprach Justizminister Heiko Maas, auch der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, nahm teil.  

Die Bärgida-Demonstration kam nicht vom Fleck: Mehrere Hundert Blockierer folgten den Aufforderungen der Polizei nicht, die vorgesehene Demonstrationsroute zum Brandenburger Tor zu räumen. Die Beamten zögerten mit der Räumung, da unter den Blockierern Kinder seien, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach mehreren Stunden des Wartens in der feuchten Kälte beendete Bärgida ihre Veranstaltung selbst.  

In Münster gingen 10.000 Menschen für ein weltoffenes Deutschland auf die Straße. Etwa 8.000 Pegida-Gegner demonstrierten in Stuttgart. Oberbürgermeister Fritz Kuhn sprach von einer klaren politischen Botschaft für Integration und gegen Ausgrenzung. "Flüchtlinge sind in Stuttgart willkommen", sagte der Grünen-Politiker. Er sei "froh und stolz" über die große Zahl der Demonstranten, weil sie zeige, dass in Stuttgart kein Platz sei für Menschen, die andere diskriminierten. Den Teilnehmern von Pegida-Kundgebungen in anderen Städten riet er: "Machen Sie sich nicht zu Mitläufern und zum Handwerkszeug von rechtsradikalen Neonazis."

In Dresden deutlich mehr Pegida als Gegner

In Hamburg forderten bei einer Kundgebung am Hauptbahnhof mehr als 4.000 Menschen Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen und anderen Kulturen. In München haben sich Hunderte Demonstranten den Pegida-Anhängern in den Weg gestellt. Der Bayerische Rundfunk berichtet, aus der Menge der Gegendemonstranten seien Steine und Feuerwerkskörper geworfen worden.

In Rostock kamen rund 800 Menschen zusammen, um unter dem Motto "Willkommen im Abendland! Rostock für alle" ein Zeichen gegen eine für nächste Woche geplante Pegida-Demonstration zu setzen.

In Dresden hingegen versammelten sich erneut Tausende Pegida-Anhänger. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer dieser elften Pegida-Demonstration in der sächsischen Landeshauptstadt mit mindestens 18.000 an. Das wären rund 500 mehr als zuletzt vor Weihnachten. Ein Polizeisprecher sprach von einem "starken Zulauf". Während die Gegner der Anti-Islam-Proteste in den meisten deutschen Städten die Mehrheit stellten, standen den Pegida-Anhängern in Dresden nur 3.000 Gegendemonstranten gegenüber. 

Bei der vergangenen Pegida-Demonstration vor Weihnachten war die Beleuchtung der Semperoper abgeschaltet worden. Nun zog der Volkswagen-Konzern nach und ließ seine gläserne Manufaktur in der Innenstadt unbeleuchtet. "Volkswagen steht für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft", teilte der Konzern mit. Diesen Grundsatz wolle man mit der Verdunklungsaktion unterstreichen.

Die Pegida-Bewegung war in Dresden entstanden und hat dort innerhalb weniger Wochen immer mehr Zulauf erhalten.