Kundgebungen: Zehntausende versammeln sich gegen Pegida

Die Pegida-Bewegung in Dresden ist nach den Anschlägen in Paris erneut gewachsen. Bundesweit gibt es aber auch immer mehr Gegendemonstranten. Die Ereignisse des Tages
Pegida-Gegner auf dem Postplatz in Dresden © Oliver Killig/dpa

Anders als in allen anderen deutschen Städten hat die anti-islamische Pegida-Bewegung in Dresden weiter regen Zulauf. Nach Polizeiangaben demonstrierten beim sogenannten zwölften Abendspaziergang um die 25.000 Menschen, etwa 8.700 Pegida-Gegner stellten sich ihnen in den Weg. Nach den Anschlägen von Paris hatte Pegida zu einem Trauermarsch für die 17 ermordeten Menschen aufgerufen. Politiker und Aktionsbündnisse warnten davor, die Attentate zu instrumentalisieren.

In Leipzig, wo der Pegida-Ableger Legida zum ersten Mal zur Kundgebung aufgerufen hatte, gingen rund 30.000 Menschen gegen etwa 2.000 bis 3.000 Pegida-Anhänger auf die Straße. Es kam zu einzelnen Festnahmen und Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern der unterschiedlichen Demonstrationen sowie der Polizei.

Auch in München traf eine kleine Gruppe von Pegida-Anhängern auf großen Widerstand: Rund 18.000 Menschen stellten sich 1.500 Pegida-Demonstranten in den Weg. "Wir stehen hier, weil wir das Feld nicht denen überlassen, die versuchen unsere Gesellschaft zu spalten", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Auch in Berlin, Hannover, Rostock, Saarbrücken oder Kassel demonstrierten Tausende Menschen gegen das anti-islamische Bündnis und die Instrumentalisierung der Attentate auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo. 

Lesen Sie die Ereignisse des Tages in unserem Live-Blog nach.

  • (22:05) Trotz deutschlandweitem Gegenwind hat Pegida in Dresden weiter großen Zulauf. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich am Montag etwa 25.000 Menschen an dem zwölften sogenannten Abendspaziergang, um gegen angebliche Überfremdung zu demonstrieren und der Toten in Paris zu gedenken. Die Organisatoren sprachen von 40.000 Teilnehmern. Mehr als 7.000 Menschen demonstrierten gegen Pegida.

  • (21:03) Auch die Pegida-Kundgebung in Dresden ist offiziell beendet. Anti-Pegida-Demonstranten wollen nach Angaben der Sächsischen Zeitung zum Skatepark an der Lingnerallee ziehen, um den Pegida-Versammlungsplatz symbolisch zu „reinigen“. Offizielle Angaben über die Teilnehmerzahlen bei Pegida und No-Pegida liegen noch nicht vor.

  • (20:54) Die Legida-Demonstration in Leipzig ist beendet. Nach Angaben von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) demonstrierten mehr als 30.000 Menschen gegen einen Aufzug des Pegida-Ablegers. Etwa 5.700 Menschen sollen laut ersten Polizeiangaben auf der Gegenseite demonstriert haben.


  • (20:10) In Dresden hat es mehrere kleine Eskalationen zwischen Pegida-Anhängern und -Gegnern gegeben, berichtet Reporter Lenz Jacobsen. Gegendemonstranten hätten versucht, den Pegida-Zug alle paar Meter zu stören. Plastikflaschen flogen, Beschimpfungen, die Ordner hätten mal eingegriffen und mal auch nicht. 

  • (19:50) ZEIT-Reporterin Anne Haehnig in Leipzig sagt, aus den Häusern im Waldstraßenviertel dröhne Freude schöner Götterfunken. "So klingt Protest in Leipzig."

  • (19:49) Auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor ist Reporter Tilman Steffen. Er hat sich unter die Bärgida-Anhänger gemischt. Etwa 300 Leute sind dort, sie seien überwiegend schweigsam, sagt er. Nur einmal, da hätten sie zusammen "Die Gedanken sind frei" gesungen.

    Die Demonstranten wollten ursprünglich zum Roten Rathaus ziehen. Nach Angaben eines Polizisten wird die Route extrem verkürzt: Vom Brandenburger Tor bis zur Friedrichstraße, auf der gegenüberliegenden Straßenseite dann zurück. Nur wenige hundert Meter. Dieser Bereich ist leer, die Polizei hatte die Straße gesperrt, die Geschäfte sind leer.

  • (19:29) In Leipzig sind nach Angaben des Stadtsprechers etwa 30.000 Gegendemonstranten gekommen. Wie viele Menschen bei Legida mitliefen, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Der Aufmarsch wurde massiv von Gegendemonstranten blockiert und konnte sich nicht wie geplant in Bewegungen setzen. Mehrere Hundertschaften Polizisten sind in der Stadt unterwegs.

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