Internationale Nachrichtensender, Zeitungen und Websites haben die anti-islamischen Proteste der "Patriotischen Europäer gegen eine Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) zum Thema gemacht. Sie berichten über Zehntausende, die in Dresden, Berlin, Köln und anderen Städten auf die Straßen gingen. Die Medien würdigen aber auch die Gegendemonstrationen.

Die britische Times etwa schreibt über die Proteste: "Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg macht eine populistische Bewegung ihr Recht geltend, sich öffentlich über eine ethnische Minderheit zu beklagen – und das Establishment hat Angst." Die New York Times lobt ausdrücklich das Engagement der Deutschen gegen die wachsende Islamfeindlichkeit: "Einige Tausend Menschen gingen in Berlin auf die Straße und stellten sich gegen einige Hundert der Anti-Einwanderungsdemo. In Köln standen ebenfalls Tausende der dünn besetzten Menge der Islam-Gegner gegenüber."

BBC News befindet: "Was schockiert, sind die Zahlen bei den Demonstrationen. Das moderne Deutschland ist Szenen wie diese nicht gewohnt."

In Spanien brachten die beiden wichtigsten Zeitungen das Thema groß mit Bild auf Seite eins. Die rechtsliberale El Mundo schrieb, Pegida sei dabei, "die dunkelsten rassistischen Vorurteile im tiefsten Deutschland aufzuwärmen."

Auch in Frankreich  sind die Proteste gegen Pegida ein wichtiges Thema. Auf ihrer Onlineseite berichtet etwa Le Monde über die große Teilnehmerzahl bei den Protesten sowie über die zahlreichen Gegendemonstrationen.

Der niederländische Volkskrant mutmaßt über die Beweggründe für die Dresdner Kundgebungen: "Der 'Wutbürger' fürchtet, sein Land zu verlieren."

Die türkische Hürriyet veröffentlichte ein Bild vom unbeleuchteten Kölner Dom auf der Titelseite. Überschrift: "Verdunkelung der Islamophobie". Auf der Internetseite hieß es mit Blick auf die vielen Anti-Pegida-Demonstrationen: "Deutschland lässt Pegida nicht passieren." 

Eine ähnliche Überschrift wählt die Nachrichtenagentur Anadolu: "Deutschland hat Pegida 'Stopp' gesagt". Die regierungsnahe Zeitung Sabah beleuchtet Pegida im Zusammenhang mit dem "Aufstieg der radikalen Rechten" in Europa.

Die konservative Zeitung Lidove noviny aus Tschechien äußert auch Verständnis für die Pegida-Demonstranten und meint, Ziel seien nicht Muslime als solche, "sondern das gesamte Regierungs- und Medienestablishment der Bundesrepublik". Weiter heißt es: "Es ist das Problem einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen den Meinungen der Eliten und den Meinungen eines immer größer werdenden Teils der Gesellschaft auseinander geht." Die Demonstranten übertrieben zwar demagogisch die Zahlen und die Gefahren. "Aber seit wann entscheidet die Bundeskanzlerin – und nicht die Gerichte – darüber, wo die Grenze zwischen Freiheit der Kritik und Hetzerei verläuft?", fragt Lidove noviny.

Auch die russische Moskowskij Komsomolez versucht, das Phänomen ihren Lesern zu erläutern: "Überall in Europa stieg zuletzt die Anti-Islam-Stimmung. Grund ist wohl auch eine wachsende Zahl illegaler Einwanderer."

Der Fernsehsender Al Jazeera mit Sitz im Golfstaat Katar legt den Akzent auf die Gegendemonstrationen und überschreibt einen Onlineartikel so: "Deutsche Städte erheben sich gegen Islamfeindlichkeit von Pegida".

Die liberale dänische Tageszeitung Politiken aus Kopenhagen versucht, die Motive der Demonstranten zu ergründen. "Viele Europäer fühlen sich entfremdet von den Entwicklungen in der Welt (...). Sie erleben nicht, dass die politischen Prozesse zu ihrer Wirklichkeit passen und haben vielleicht das Gefühl, dass die Systeme die direkte Ursache für den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder schlechtere Arbeitsbedingungen sind. Sie fühlen sich nicht repräsentiert."