Bei Demonstrationen gegen einen von Rechtspopulisten organisierten Ball in Wien sind mindestens zwei Menschen verletzt und Dutzende Aktivisten festgenommen worden. Nach Polizeischätzungen kamen am Freitagabend rund 5.000 Demonstranten zu dem Protest, der sich gegen das Fest in der Hofburg richtete. Veranstaltet wird der Wiener Akademikerball von der rechten FPÖ, die als ausländerfeindlich gilt und einige Unterstützer in Neonazikreisen haben soll.

Einige der Protestteilnehmer warfen Feuerwerkskörper und versuchten, Polizeibarrikaden zu durchbrechen. Mindestens ein Polizist wurde durch die Böller "verwundet", wie Polizeisprecher Johann Golob berichtete. Auch ein Demonstrant habe sich Verletzungen zugezogen. Bis kurz vor Mitternacht kam es zu 38 Festnahmen. Anschließend löste sich die Menge allmählich auf.

Wie hoch der Schaden durch Vandalismus sei, ließ sich Golob zufolge in der Nacht noch nicht abschätzen. Im vergangenen Jahr hatte er mehr als eine Million Euro betragen.

Bälle in Wien haben jahrhundertealte Tradition. Linke Gruppen kritisieren, dass die opulenten Feste in der österreichischen Hauptstadt nur ein Stelldichein für die Reichen seien. Keine Veranstaltung findet jedoch so viel Opposition wie der Akademikerball, der seit 60 Jahren unter verschiedenen Namen stattfindet. Die Demonstranten sagen, unter den Gästen seien Neonazis und andere Extremisten aus Österreich und dem Ausland. Die Organisatoren dementieren das.