Flüchtlingsheime werden immer häufiger angriffen. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Übergriffe im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Daraus geht hervor, dass es im Jahr 2014 150 Attacken gab. Dazu gehörten Brand- und Sprengstoffanschläge auf Gebäude sowie Angriffe auf die Bewohner und volksverhetzende Parolen.

Schon 2013 hatte sich die Zahl mehr als verdoppelt: 2012 waren noch 24 Angriffe gezählt worden, im Jahr darauf 58.

In den ersten drei Quartalen 2014 gab es von Januar bis März 32 Delikte, von April bis Juni 22 und von Juli bis September 29. Die meisten Angriffe ereigneten sich Ende 2014. Zwischen Oktober und Dezember kam es zu 67 Attacken. Das Bundesinnenministerium hatte erklärt, es beobachtete die steigenden Zahlen "mit großer Aufmerksamkeit".

Im vergangenen Jahr hat es auch immer wieder Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime gegeben. In einer Kleinen Anfrage der Linken heißt es, die NPD versuche Ressentiments und Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren und Proteste gegen geplante Unterkünfte zu initiieren. "Durch Aktivitäten der extremen Rechten haben die Proteste gegen Flüchtlingsunterkünfte massiv zugenommen."

Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz warnte Ende 2014 davor, dass Rechtsextremisten Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime unterwandern. "Den Versuch, sich den Unmut der Bürger beim Thema Flüchtlinge zunutze zu machen, stellen wir seit einiger Zeit fest", hatte der Präsident der Behörde, Hans-Georg Maaßen, der Welt am Sonntag gesagt.