Der Braunschweiger Karnevalsumzug findet wegen Terrorgefahr nicht statt. Das hätte die Polizei der Stadt gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Ulrich Markurth und dem Veranstalter beschlossen, teilten die Behörden mit.

Es gebe Hinweise auf einen drohenden Anschlag mit islamistischem Hintergrund. "Zuverlässige Staatsschutzquellen" hätten die örtlichen Behörden über eine solche "konkrete Gefährdung" informiert. Die Polizei bittet alle Besucher, nicht zur Umzugsstrecke zu fahren oder gar nicht erst nach Braunschweig zu kommen.

Der Karnevalsumzug Schoduvel sollte am heutigen Sonntag um 12:20 Uhr beginnen. Die Absage sei in dem Saal verkündet worden, in dem normalerweise der Auftakt des Umzuges gefeiert werde, berichtete der NDR. Oberbürgermeister Markurth habe von einer traurigen Nachricht gesprochen. Es sei nicht nur ein trauriger Tag für seine Stadt, sondern auch "ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft". 

Ein Zusammenhang zwischen der Absage und den Anschlägen von Kopenhagen bestehe jedoch nicht, sagte Polizeipräsident Michael Pientka. Das Bundesinnenministerium hatte noch kurz vor der Absage des Umzugs mitgeteilt, man sehe nach den Anschlägen von Kopenhagen keine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. Es gebe nach wie vor eine abstrakt hohe Gefährdung, hatte eine Sprecherin des Ministeriums gesagt. Konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen in Deutschland seien jedoch nicht bekannt.

Der Braunschweiger Zeitung sagte der Bürgermeister, dass es ernstzunehmende Hinweise aus verlässlichen Quellen auf ein Ereignis in zentraler Lage gebe. Deshalb die Absage. "Da gibt es für uns keine Alternativen." Jetzt gehe es darum, dass viele Menschen, die sich den Weg in die Braunschweiger Innenstadt vorgenommen hätten, informiert werden müssten. Die Zeitung berichtet, dass derzeit Lautsprecherwagen der Polizei durch die Stadt fahren, mit der Durchsage: "Bitte gehen Sie nach Hause!"

Zum Braunschweiger Karneval waren bis zu 250.000 Besucher erwartet worden. Der Umzug gilt als der größte Norddeutschlands. Rund 100 Motivwagen mit 4.500 Teilnehmern waren geplant gewesen. 

Für Informationen hat die Braunschweiger Polizei ein Bürgertelefon eingerichtet: 0531/192 00.

In Mainz soll der Rosenmontagszug dagegen wie gewohnt stattfinden. "Bis jetzt gibt es keine konkreten Hinweise auf eine Terrorgefahr", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Man sei jedoch "sehr wachsam".