Fast zwei Drittel der Deutschen sind gegen Einwanderung aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Das geht aus der nationalen Auswertung des jüngsten Eurobarometers im Auftrag der EU-Kommission hervor. Demnach sind die Bundesbürger mit ihrer Haltung (61 Prozent dagegen) etwas kritischer als der Durchschnitt aller befragten Europäer, von denen 57 Prozent Einwanderer aus Nicht-EU-Ländern ablehnen. Das Thema Einwanderung ist für die Deutschen das wichtigste Problem in Europa, noch vor der Schuldenkrise.

Noch höher als in Deutschland ist die Ablehnung etwa in Italien (75 Prozent), Lettland (79) oder in der Slowakei (74), geringer in Schweden (25), Großbritannien (57) und Frankreich (58).

Anders sieht es aus mit der Einstellung gegenüber Einwanderern aus anderen EU-Staaten, diese fällt deutlich positiver aus. 50 Prozent der Deutschen und 52 Prozent der Europäer stehen dem Zuzug aus EU-Ländern aufgeschlossen gegenüber. 76 Prozent der Deutschen und 72 Prozent der Europäer finden es gut, dass jeder EU-Bürger in jedem EU-Land leben kann; ähnlich viele Deutsche (76 Prozent) und Europäer (74 Prozent) halten es für eine gute Sache, dass jeder EU-Bürger im Land seiner Wahl arbeiten darf. Selbst die befragten Deutschen und Europäer, die ein schlechtes Bild von der EU haben, sind mehrheitlich dafür, dass sich EU-Bürger innerhalb der EU überall niederlassen dürfen.

Einwanderung von außerhalb der EU erzeugt negative Gefühle

Die Frage "Sollten Ihrer Meinung nach zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung von Menschen von außerhalb der EU ergriffen werden?" befürworteten insgesamt 81 Prozent der Befragten aus Deutschland. Ist von Einwanderung von Menschen außerhalb der EU die Rede, so erzeugt das bei einer deutlichen Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) ein negatives Gefühl. Nur 5 Prozent gaben an, ein "sehr positives" Gefühl damit zu verbinden.

Zu dieser Einstellung passt auch die Wahrnehmung einer wachsenden Anzahl an Befragten in Deutschland (29 Prozent), die das Gefühl haben, dass es an den Außengrenzen der EU zu wenig Kontrollen gäbe.

Deutsche und Europäer, die nach wie vor eine Erweiterung der EU unterstützen, sehen auch die Einwanderung von Menschen aus Ländern außerhalb der EU positiv (49 Prozent beziehungsweise 51 Prozent). Allerdings gehören zu dieser Gruppe in Deutschland nur 24 Prozent und in Europa 39 Prozent der Befragten.

Ein Vertreter der EU-Kommission, Richard Kühnel, sagte: "Das Thema Migration ist brisanter geworden und hat die Mitte der Gesellschaft erreicht." Bessere Integration von Zuwanderern aus Drittländern sei eine gemeinsame Aufgabe. Auch der Schutz von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer in die EU kommen, müsse verbessert werden. "Hier sollten wir mehr machen", sagte Kühnel zu der als unzureichend kritisierten EU-Mission Triton. "Jede neue Katastrophe führt uns vor Augen, dass wir noch mehr machen sollten."