Etwa 4.000 Menschen sind am Abend in Dresden zur 15. Kundgebung der Pegida-Bewegung auf die Straßen gegangen. So viele zählte die Polizei, Beobachter des Zuges sagten, es seien etwa so viele wie vor einer Woche, damals versammelten sich nur 2.000 Menschen. Die Teilnehmerzahl bleibt jedenfalls auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Wochen vor der Spaltung der Bewegung.

Rund 500 Gegendemonstranten waren in Dresden auf der Straße. Die Frauenkirche hatte ihre Beleuchtung als Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz wie schon bei den vorausgegangenen Veranstaltungen ausgeschaltet.

Einer der Organisatoren der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands" (Pegida), Lutz Bachmann, hat bei der Demonstration angekündigt, einen eigenen Kandidaten für die Dresdner Oberbürgermeisterwahl stellen zu wollen. Drei Bewerber seien in der engeren Auswahl. Dresden wählt am 7. Juni einen neuen Oberbürgermeister.

Bachmann will nicht selbst antreten, sagte er. Der 42-Jährige ist vorbestraft und war nach Bekanntwerden ausländerfeindlicher Äußerungen als Vereinschef von Pegida zurückgetreten. Nach der Spaltung der Bewegung Ende Januar kehrte er aber als Cheforganisator der wöchentlichen Demonstrationen zurück.

Auch in anderen Städten gab es am Montag Kundgebungen von Pegida-Ablegern. Der radikalere Pegida-Ableger Legida aus Leipzig durfte seine für Montag angekündigte Demonstration zwar abhalten. Durch Leipzig zu laufen, war ihm aber untersagt worden. Als Grund nannte die Verwaltung wie schon beim Demonstrationsverbot vergangenen Montag, dass es nicht genügend Polizisten gebe, um die Sicherheit zu garantieren. Ersten Schätzungen zufolge versammelten sich mehrere Hundert Teilnehmer auf dem Augustusplatz. Zu fünf Gegenveranstaltungen kamen ebenfalls mehrere Hundert Menschen.

In Chemnitz wurden etwa 250 Pegida-Anhänger und etwa 200 Gegner gezählt. In Magdeburg standen rund 780 Magida-Anhänger etwa 700 Gegnern gegenüber. In Berlin konnte Bärgida nur noch rund 170 Teilnehmer mobilisieren. Erstmals demonstrierte auch in Nürnberg ein Pegida-Ableger. Nügida brachte aber nur 150 Menschen auf die Straße, die auf insgesamt etwa zehnmal so viele Gegendemonstranten trafen.

In Bremerhaven folgten rund 1.000 Menschen einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und demonstrierten für Weltoffenheit.