Wer war Andreas Lubitz? Warum brachte der Pilot aus Montabaur in Rheinland-Pfalz die Germanwings-Maschine zum Absturz und tötete damit 149 Menschen und sich selbst? Erklären kann es niemand. Alle, die sich bisher über ihn geäußert haben, beschrieben ihn als netten jungen Mann, sportlich, freundlich, fröhlich.

Über seine Motive ist nichts bekannt, über sein Leben nur wenig. Bisher gibt es nur vereinzelte Fakten, wer er war und was ihn interessierte.

Lubitz wurde 1987 geboren, er kam aus Montabaur, einer kleinen Stadt im Westerwald. Er besuchte dort das Mons-Tabor-Gymnasium, machte 2007 sein Abitur. Er reiste gern, zumindest erweckt seine Facebookseite diesen Eindruck, er hörte elektronische Musik und er lief Marathon. Er wohnte weiter bei seinen Eltern in Montabaur, wie die Bürgermeisterin des Ortes sagte, hatte aber auch eine Wohnung in Düsseldorf, von wo aus Germanwings startet.

Pilot wollte er schon früh werden. Seit vielen Jahren war er Mitglied im örtlichen Segelflugverein LSC Westerwald. 14 oder 15 Jahre alt sei er gewesen, als er beim Segelfliegerclub seine ersten Stunden nahm, sagen Vereinsmitglieder. Erst im vergangenen Herbst habe er dort die notwendigen 20 Flugstunden absolviert, um seinen Segelfliegerschein aufzufrischen.

Begeistert von seinem Pilotenjob

Er habe ihn "als sehr netten, lustigen und höflichen Menschen kennengelernt", sagte der Vorsitzende des Segelflugvereins Klaus Radke. Ein Bild auf Lubitz' Facebookseite zeigt ihn 2013, er sitzt lächelnd auf einer Mauer, im Hintergrund die Golden-Gate-Brücke in San Francisco. Allzu viele Aktivitäten sind auf der Seite nicht zu sehen. "Er war kein Einzelgänger, er hatte viele Freunde und war gut integriert", sagt Radke.

Bei seinem Besuch habe Lubitz begeistert von seiner Arbeit bei Germanwings erzählt. "Er war glücklich über den Job bei Germanwings und es ging ihm gut", sagte Peter Rücker, der seit Jahren Mitglied in dem Club ist.

Seit September 2013 arbeitete Lubitz als Copilot bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Bis zum Absturz in den französischen Alpen – von dem die Ermittler glauben, dass er ihn absichtlich herbeiführte – war er 630 Stunden auf dem Airbus A320 geflogen.

So problemlos, wie es auf den ersten Blick scheint, war sein Werdegang wohl nicht. 2008 hatte er seine Pilotenausbildung an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen begonnen. Doch im Jahr darauf habe er sie unterbrochen, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr mitteilte. Ein halbes Jahr hat Lubitz ausgesetzt. Der Grund ist unklar. Möglicherweise wegen einer Depression, das zumindest berichtet faz.net unter Berufung auf eine Freundin von Lubitz.

"100 Prozent flugtauglich"

Spohr sagte, nach der Unterbrechung sei Lubitz psychologisch getestet worden. "Er war 100 Prozent flugtauglich, ohne Einschränkungen und Auflagen" sagte er. Lubitz konnte ins Ausbildungszentrum nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, zurückkehren.

Bei den Sicherheitsüberprüfungen, die die deutsche Luftaufsicht bei allen Piloten und Mitarbeitern regelmäßig vornimmt, wurde nie etwas Auffälliges gefunden. Keine Straftaten, keine extremistischen Äußerungen.

Die Ermittler suchen noch nach einem Motiv, das die Tat erklären könnte. Am Donnerstag durchsuchten sie seine Wohnung in Düsseldorf und das Haus seiner Eltern in Montabaur.

Anmerkung: In einer früheren Version hatten wir einen Tweet von Spiegel-Online-Reporter Matthias Gebauer als Quelle genannt. Die direkte Quelle ist jedoch faz.net. Auch hat sich ein Artikel – auf den wir im Zusammenhang mit der Ausbildung Lubitz'  hingewiesen hatten – als faktisch falsch erwiesen. Wir bitten dies zu entschuldigen.