In Irland ist der Besitz von Drogen wie Ecstasy, Ketamin und Crystal Meth durch eine Gesetzeslücke für kurze Zeit legal. Ein Gericht in Dublin erklärte Teile eines Gesetzes für ungültig, die den Besitz von zahlreichen Substanzen unter Strafe gestellt hatten.

Der Handel mit diesen Drogen ist weiterhin verboten. Nicht betroffen von der vorübergehenden Legalisierung sind Heroin, Kokain und Cannabis. 

Der Gesetzgeber bemühte sich umgehend, die Gesetzeslücke zu schließen: Das Parlament war dafür kurz nach der Urteilsverkündung am Dienstagabend zusammengekommen und beschloss einen entsprechenden Gesetzestext. 

Nun muss noch das Oberhaus zustimmen und schließlich Präsident Michael Higgins das Gesetz vorgelegt werden, bevor es in Kraft treten kann. Das Gesundheitsministerium gab sich zuversichtlich, dass innerhalb von 24 Stunden der Drogenbesitz wieder unter Strafe steht.

Das Berufungsgericht hatte den Fall eines Mannes behandelt, der 2012 wegen Besitzes von 4-Methylethcathinon (4-MEC) verurteilt worden war. Die psychoaktive Substanz war in Irland vor vier Jahren gemeinsam mit etwa 100 anderen verboten worden. Diese Verordnung erklärten drei Richter nun für ungültig – und mit ihr das Verbot der anderen Drogen derselben Kategorie.

Gesundheitsminister Leo Varadkar appellierte an seine Landsleute, die kurzzeitige Entkriminalisierung nicht auszunutzen. Sie sollten vielmehr an ihre Gesundheit denken.