Fast 1.000 in Seenot geratene Bootsflüchtlinge sind nach Angaben der italienischen Küstenwache vor der Küste Libyens in Sicherheit gebracht worden. 978 Menschen wurden gerettet, wie die italienische Küstenwache auf Twitter mitteilte. Ein Flüchtling habe nur tot geborgen werden können. Nach Berichten des maltesischen Militärs und der Zeitung Times of Malta hatten sich rund 1.500 Migranten von Libyen aus auf den Weg über das Meer in Richtung Europa gemacht. Von den Schiffen seien Notrufe abgegangen.

An der Rettungsaktion waren nach Angaben der italienischen Zeitung La Repubblica neben der italienischen Küstenwache und der Marine auch die Frachtschiffe City of Hamburg und Maersk Regensburg beteiligt. Sie steuerten nun die Häfen der sizilianischen Stadt Augusta und Porto Empedocle an.

Nachdem im Oktober 2013 vor Lampedusa ein Flüchtlingsschiff sank und 368 Menschen starben, forderte die damalige EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström eine europäische Such- und Rettungsoperation im gesamten Mittelmeer von Zypern bis nach Spanien. Diese kam jedoch nicht zustande und Italien begann im Alleingang die Rettungsoperation Mare Nostrum. Dabei schickte Italien seine Marineschiffe in die internationalen Gewässer vor der libyschen Küste, wo sie in Seenot geratene Bootsmigranten retten sollten. Mindestens die Hälfte der rund 218.000 Menschen, die im Jahr 2014 auf dem Seeweg die EU erreichten, wurde von der italienischen Marine sicher ans Festland gebracht. Sie wurde in diesem Jahr von der EU-Grenzschutzmission Triton abgelöst. Die UNHCR kritisierte, das Programm reiche nicht aus, um den Flüchtlingen zu helfen.

Laut UNHCR starben im vergangenen Jahr etwa 3.500 Menschen im Mittelmeer.