Die Transportmaschine Airbus A400M der Bundeswehr muss nach dem Absturz eines Flugzeug des gleichen Typs in Spanien vorerst am Boden bleiben. Das entschied der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, nach Angaben eines Sprechers. Demnach soll das Flugzeug, das im vergangenen Dezember an die Bundeswehr ausgeliefert worden war, so lange nicht fliegen, bis die Ursache für den Absturz der Maschine in Sevilla geklärt ist.   

In der Nähe von Sevilla war am Samstag eine Maschine dieses Typs kurz nach dem Start abgestürzt. Mindestens vier Menschen starben, zwei weitere konnten schwer verletzt aus der ausgebrannten Maschine geborgen werden. Eine Person wird noch vermisst. Die Besatzung der Maschine bestand aus spanischen Mitarbeitern von Airbus. Die Airbus-Maschinen werden in Sevilla montiert und getestet. Auch die abgestürzte Maschine befand sich auf einem Testflug.

Der nächste Testflug mit der A400M in Deutschland war für kommenden Dienstag nach Norwegen geplant. Ob die Maschine dann starten darf, entscheidet der Inspekteur der Luftwaffe.

Bundeswehr will Airbus 400M frühestens in vier Jahren einsetzen

Die erste und bislang einzige deutsche A400M ist derzeit noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe. Eigentlich waren weitere Lieferungen für dieses Jahr geplant. Airbus hatte laut Verteidigungsministerium angekündigt, er werde im Herbst mitteilen, ob mit einer Lieferung vor Jahresende zu rechnen sei. Die Bundeswehr hatte ursprünglich 73 Transportmaschinen vom Typ A400M bestellt. Später wurde das Bestellvolumen auf 53 Flugzeuge reduziert. Im Jahr 2011 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, dass die Bundeswehr nur 40 Maschinen betreiben solle. Die restlichen 13 Exemplare sollen weiterverkauft werden.

Bei dem A400M-Militärflugzeug handelt es sich um ein ehrgeiziges Rüstungsprojekt. Mehrere Länder hatten vereinbart, 180 Maschinen zu kaufen, darunter auch Deutschland. Das verunglückte Flugzeug sei für das türkische Militär bestimmt gewesen, teilte der Hersteller Airbus Defense & Space mit.

Bereits vor dem Unglück in Spanien hatte die Bundeswehr noch erheblichen Nachbesserungsbedarf gesehen. Der Transporter soll frühestens in vier Jahren in den regulären Dienst genommen werden. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich zuvor um Jahre verzögert. Außerdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant.