Der US-Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash ist bei einem Autounfall unweit von New York ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizei in New Jersey. An diesem Sonntag berichtete der regionale Nachrichtendienst NJ.com, dass der 86-Jährige und seine Frau Alicia am Samstag bei einer Taxifahrt auf einer Autobahn im US-Bundesstaat New Jersey verunglückten. Beide seien offensichtlich nicht angeschnallt gewesen. Der Taxifahrer habe den Aufprall dagegen ohne lebensgefährliche Verletzungen überstanden. Er war bei einem Überholmanöver gegen die Leitplanke gerast.

Nash war den Angaben nach mit seiner Frau auf dem Rückweg von Norwegen. Dort war er zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Louis Nirenberg von König Harald V. mit dem Abelpreis für Mathematik ausgezeichnet worden. Louis Nirenberg würdigte Nash als großartigen Kollegen und "eine Art Genie".

Geboren wurde Nash am 13. Juni 1928 in der kleinen Stadt Bluefield in West Virginia. Er studierte Mathematik und unterrichtete zunächst in Princeton und später dann am Massachusetts Institute of Technology. Dort lernte er seine spätere Frau Alicia Larde im Rahmen einer seiner Vorlesungen kennen. Beide heirateten im Jahr 1957. Nach sechs Jahren Ehe ließen sie sich scheiden und heirateten schließlich 2001 erneut.

1994 war Nash der Nobelpreis für Wirtschaft für seine Erkenntnisse in der Spieltheorie verliehen worden. Die Theorie befasste sich mit der Dynamik menschlicher Rivalität. Sie gilt als eine der wichtigsten Ideen des 20. Jahrhunderts. Im Jahr darauf schloss er sich dem Institut für Mathematik in Princeton an, wo er bis zuletzt tätig war. Bereits in den 1950er Jahren war Nash außerdem für die Fields-Medaille, die als "Nobelpreis für Mathematiker" gilt, vorgeschlagen worden.

Zu Zeiten des Kalten Kriegs hatte Nash auch für die US-Regierung gegen sowjetische Spionage gearbeitet. Ab 1959 bekam er psychische Probleme. Er hatte nach eigenen Angaben Wahnvorstellungen und verbrachte mehrere Monate in der Psychiatrie. Doch sei seine Schizophrenie in den 1970er und 1980er Jahren abgeklungen, schrieb er in einer Autobiografie für die Nobel-Stiftung. 

Seine Lebensgeschichte wurde 2001 in A Beautiful Mind verfilmt. Der Film, der in Deutschland unter dem Titel Genie und Wahnsinn lief, erzählt Nashs Lebensgeschichte und von seinen psychischen Problemen. Die Hauptrolle spielte Russel Crowe. Der Streifen auf Grundlage einer nicht autorisierten Biografie wurde mit vier Oscars ausgezeichnet.

Crowe reagierte nach der Todesmeldung via Twitter auf das Unglück. Er schrieb: "Mein Herz fühlt mit John und Alicia und der Familie. Beautiful minds, beautiful hearts."