Dehydrierte und erschöpfte Anhänger der Rohingya-Minderheit werden in Indonesien versorgt. © Roni Bintang / Reuters

Auf einem Flüchtlingsschiff in Südostasien sollen einem Bericht der BBC zufolge etwa 100 Menschen im Kampf um Nahrungsmittel getötet worden sein. Überlebende, die vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra gerettet wurden, hätten Furchtbares über die Zustände an Bord berichtet, meldete der Sender. Menschen seien demnach erstochen, erhängt oder über Bord geworfen worden.

Fischer hatten mehr als 700 Flüchtlinge aus Bangladesch und Myanmar nach dem Untergang ihres Schiffes gerettet und nach Indonesien gebracht. Das Flüchtlingsboot war von der malaysischen Marine abgewiesen worden. Das Schiff sei später gesunken, die Insassen seien aber von Fischern an Bord genommen worden, sagte der Polizeichef der Stadt Langsa, Sunarya, wo die Bootsflüchtlinge ankamen. Sie seien nun im Hafen von Langsa in der Provinz Aceh an der Nordostküste Sumatras in der Obhut der indonesischen Behörden.

Die Migranten aus Myanmar und Bangladesch sollen zwei Monate lang auf See gewesen sein. Sie hätten nach Malaysia gewollt und berichtet, dass sie von der malaysischen Marine abgewiesen wurden. Berichte über das Massaker an Bord könnten nicht überprüft werden, seien jedoch von drei Männern in getrennten Gesprächen geschildert worden.

Malaysia schickt Boote zurück aufs offene Meer

Menschenrechtsaktivisten zufolge sind derzeit Tausende Bootsflüchtlinge in der Region unterwegs. "Wir rechnen damit, dass sich zurzeit 8.000 Menschen auf dem Meer befinden", sagte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Asien, Joe Lowry, dem Deutschlandfunk. Viele der Flüchtlinge dort bräuchten dringend Hilfe, weil Wasser und Lebensmittel knapp würden. "Einige Menschen sind seit Anfang März unterwegs", sagte er. Die malaysischen Behörden schickten zuletzt wiederholt Flüchtlingsboote zurück aufs offene Meer

Nach Angaben von IOM-Sprecher Lowry hat sich die Situation von Flüchtlingen auf dem Weg nach Malaysia verschärft, weil die thailändische Regierung Schmuggler stärker bekämpft. Das bedeute für die Menschen auf See, dass sie nicht landen und sich auch nicht weiterbewegen könnten. Jährlich versuchen Tausende Menschen aus Bangladesch und Angehörige der Rohingya-Minderheit aus Myanmar über das Meer Malaysia und Indonesien zu erreichen.