Ein Mitarbeiter der britischen Marine hat mehrere angebliche Sicherheitsmängel des Trident-Atomraketensystems offengelegt. Der Gefreite William McNeilly veröffentlichte einen 19-seitigen Bericht, in dem er 30 angebliche Sicherheitsverstöße auflistet. Darunter eine Kollision zwischen dem Atom-U-Boot HMS Vanguard und einem französischen U-Boot im Februar 2009, während der ein Offizier gesagt haben soll: "Wir werden alle sterben."

Das britische Atomprogramm nennt McNeilly "eine Katastrophe, die darauf wartet, dass sie passiert". Der 25-jährige Whistleblower, der Bilder seines Passes und Dienstausweises in dem Bericht abgedruckt hat, wird von der Polizei und der Marine gesucht. Der BBC sagte McNeilly: "Ich verstecke mich nicht. Ich werde in den nächsten Tagen nach Großbritannien zurückkehren und mich der Polizei stellen."

In seinem Bericht schreibt McNeilly, dass Taschen unkontrolliert in Hochsicherheitsbereiche gelangen würden. Es sei "schwerer, in viele Diskotheken zu kommen" als in die Kontrollräume der Marine. Türschlosssysteme seien defekt und Wachen würden es versäumen, Zugangsberechtigungen zu kontrollieren. "Jemand müsste nur eine Bombe mit an Bord bringen und könnte so den schlimmsten Terroranschlag verüben, den Großbritannien und die Welt je gesehen hat."

Seine Kameraden seien zudem möglicherweise nicht für den Dienst auf den U-Booten geeignet, schreibt McNeilly. So würden diese in ihrer Freizeit Kleintiere töten und extreme Pornografie ansehen. Ein Kamerad, den er nur Pole nennt, hätte mehrfach damit gedroht, Angestellte der Marine zu ermorden und sei häufig aggressiv.

Diese und weitere Vorwürfe habe er häufiger versucht, seinen Vorgesetzten durch die Befehlskette mitzuteilen, schreibt McNeilly. Aber "auch nicht nur einmal habe jemand versucht, etwas an den Zuständen zu ändern". Seine Entscheidung, die angeblichen Sicherheitsmängel öffentlich zu machen, sei die "einfachste und zugleich schmerzhafteste" Entscheidung seines Lebens gewesen, sagte der Whistleblower. Er habe alles aufgegeben, um die Vorwürfe zu erheben.

McNeilly schreibt, er hoffe, von David Cameron begnadigt zu werden, sobald er sich der Polizei stellt. "Ich glaube, dass es im Interesse des Premierministers wäre, mich freizulassen." Jemanden anzuklagen, der das Volk und die Regierung auf schwerwiegende Missstände hinweise, würde das Ansehen der Regierung schwächen, schreibt McNeilly.