Freddie Gray, der Mitte April nach seiner Festnahme in der US-Stadt Baltimore in Polizeigewahrsam ums Leben kam, ist an den Folgen eines plötzlichen heftigen Aufpralls gestorben. Das ergab nach Angaben der Baltimore Times die Autopsie des 25-Jährigen. Möglicherweise habe Gray die Verletzungen bei einem abrupten Bremsmanöver des Polizeitransporters erlitten.

Laut Autopsiebericht, dessen Veröffentlichung die Gerichtsmedizin verweigert, kann ausgeschlossen werden, dass es sich bei Grays Tod um einen Unfall handelte. Es sei vielmehr ein Tötungsdelikt, weil die zuständigen Polizisten nicht dem üblichen Sicherheitsprozedere gefolgt seien. Staatsanwältin Marilyn Mosby kritisierte, dass die Informationen an die Öffentlichkeit gelangt seien. Ein Sprecher der Gerichtsmedizin des US-Staates Maryland verweigerte die Veröffentlichung des Obduktionsberichts.

Die Polizei hatte Gray am 12. April festgenommen. Der 25-Jährige hatte bei der Festnahme so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und eine Woche später starb. Die Beamten sollen den an Händen und Füßen gefesselten Schwarzen im Polizeitransporter bäuchlings mit dem Kopf nach vorne auf den Boden des Fahrzeugs gelegt und nicht angeschnallt haben.

Ende Mai wurden sechs Polizeibeamte offiziell angeklagt, drei von ihnen wegen fahrlässiger Tötung und einer wegen Totschlags. Ihnen drohen Haftstrafen zwischen zehn und 30 Jahren. Die beschuldigten Polizisten plädieren auf nicht schuldig. Der Prozess soll am 13. Oktober beginnen; eine weitere Anhörung ist für den 2. September angesetzt.

Der Fall Gray ist einer von mehreren, bei denen weiße Polizisten in den USA mutmaßlich Gewalt gegen Schwarze anwendeten. Der Tod des jungen Mannes hatte in Baltimore gewalttätige Proteste ausgelöst. Autos und Gebäude gingen in Flammen auf, Geschäfte wurden geplündert. Hunderte Menschen wurde festgenommen. Zwischenzeitlich galt in Baltimore eine nächtliche Ausgangssperre und die Nationalgarde wurde in die Stadt geschickt.