Im Süden von Pakistan sind wegen der anhaltenden Hitze seit Mitte Juni 1.000 Menschen gestorben. Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl weiter steigen wird.

Besonders schwer betroffen ist die Hafenstadt Karachi, in der mehrere Tage in Folge Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius gemessen wurden. Etwas Linderung brachten zuletzt leicht sinkende Temperaturen. Ein Ende der Hitzeperiode ist aber noch nicht absehbar.

Kritiker werfen der Regierung Versagen vor, weil es immer wieder großflächig zu Stromausfällen kommt. Diese haben zur Folge, dass sich die Menschen nicht an Klimaanlagen oder Ventilatoren kühlen können und wichtige Wasserpumpen nicht funktionieren. Zudem fällt ständig die Kühlung in den Leichenhallen aus. Die Regierung sieht den zuständigen privaten Stromkonzern in der Pflicht. Dieser weist die Schuld allerdings von sich. Die durch die Temperaturen ohnehin schwierige Situation werde durch das verbreitete illegale Abzapfen von Strom weiter verschärft.

Leichensäcke auf dem Flur

Doch auch abseits von Stromengpässen ist die Kapazität der Leichenhallen begrenzt. Ein leitender Mitarbeiter der Wohlfahrtsorganisation Edhi Foundation berichtete, in einigen Leichenhallen von Karachi müssten die Toten mittlerweile in Säcken auf dem Flur gelagert werden.  

Die schlimmste Hitzewelle seit 35 Jahren fällt mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan zusammen. Während dieser Zeit dürfen Muslime am Tage weder essen noch trinken. Einige Geschäfte lehnen deswegen den Verkauf von Wasser oder Eis am Tage ab, weil sie aufgrund der Religionsgesetze dafür bestraft werden können. 

In Südasien sterben jeden Sommer zahlreiche Menschen bei Hitze. In Pakistans Nachbarland Indien waren im April und Mai fast 2.500 Menschen bei ähnlich hohen Temperaturen gestorben.