In McKinney im US-Bundesstaat Texas hat ein Polizeieinsatz in einem Freibad Ärger ausgelöst. Ein Video zeigt, wie ein Uniformierter eine Gruppe schwarzer Teenager festhält, indem er sie anweist, sich auf den Boden zu legen. Im weiteren Verlauf des Einsatzes ringt er ein Mädchen im Bikini zu Boden. 

Als männliche Jugendliche herbeieilen, um zu protestieren, zieht er seine Dienstwaffe und zielt auf sie, die Jugendlichen fliehen. Kollegen des Polizisten eilen herbei, offenbar bemüht, die Lage zu deeskalieren. Der Beamte bleibt bei dem Mädchen, zwingt die Wehrlose erneut zu Boden und kniet schließlich auf ihrem Rücken. Ähnlich soll er ein weiteres Mädchen behandelt haben. Die Jugendlichen waren erkennbar unbewaffnet.

Nach Angaben der örtlichen Behörden war die Polizei wegen einer Ruhestörung durch mehrere Jugendliche gerufen worden. Sie lebten demnach nicht in der Gegend oder hatten sich zumindest dort nicht aufhalten dürfen und weigerten sich zu gehen. Die Menschenmenge sei den Anweisungen der Beamten nicht nachgekommen. Man habe Verstärkung angefordert. Einzelne Personen seien vorübergehend festgenommen worden.

Die Szene auf dem Video sei Anlass zur Sorge, hieß es in der Mitteilung. Man untersuche den Vorfall und das von einer unbekannten Person aufgenommene Material. Der Beamte sei vorläufig beurlaubt. Details erläuterte er auf einer Pressekonferenz

Kritik kam von dem YouTube-Nutzer, der das Video ins Netz stellte. Ein solches Vorgehen sei unangemessen insbesondere bei Kindern  und unbewaffneten Beobachtern, schrieb er. Und der Vater eines der Mädchen beschuldigte den Polizisten, seine Tochter geschlagen zu haben, weil sie schwarz ist. Er veröffentlichte seine Kontaktdaten.

Der Vorfall, über den das Portal mashable zuerst berichtete, erinnert an die umstrittenen Polizeieinsätze in Baltimore (Maryland), Ferguson (Missouri) und Cleveland (Ohio). Zum Teil hatte das Vorgehen weißer Beamter gegen Schwarze lang anhaltende Proteste und Krawalle nach sich gezogen.