Gewalt gegen Kinder habe ein neues Maß an Brutalität erreicht, berichtet Unicef. © Roberto Schmidt/AFP/Getty Images

Soldaten sollen im Südsudan mehrere Frauen und Mädchen entführt, vergewaltigt und lebendig verbrannt haben. Das berichtet die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan (Unmiss) und beruft sich auf Zeugenaussagen. "Das Ausmaß der Grausamkeit zeigt, wie tief der Hass sitzt, der über politische Differenzen weit hinausgeht", heißt es in einem Report, in dem die Menschenrechtssituation im Südsudan zusammengefasst wurde.

Hunderte Frauen und Mädchen seien entführt worden, heißt es in dem Bericht. Mindestens 79 weitere Frauen seien sexueller Gewalt ausgesetzt oder vergewaltigt worden. Die Taten sollen sowohl von der Präsidentengarde der südsudanesischen Armee (SPLA) als auch von der Sudanesischen Volksbefreiung in der Opposition (SPLM-IO) verübt worden sein. Die Unicef hatte kürzlich berichtet, dass in dem Land Gewalt gegen Kinder ein neues Maß an Brutalität erreicht habe.

Ende 2013 brach im Südsudan ein Bürgerkrieg aus – zwischen Präsident Salva Kiir und dessen früherem Stellvertreter, Riek Machar, der heute der SPLM-IO vorsitzt. Zehntausende sollen in dem Konflikt bisher getötet worden sein, zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Kiir und Machar trafen sich am Wochenende in Kenia, um Friedensverhandlungen zu führen. "Meine zwei Brüder haben letzte Nacht fünf Stunden von Angesicht zu Angesicht miteinander gesprochen. Das ist wichtig, damit sie Zuversicht und Vertrauen erhalten, um einen realistischen Weg zum Frieden zu finden", sagte Kenias Präsident Uhuru Kenyatta. In der Vergangenheit hatten die Konfliktparteien mehrere Feuerpausen vereinbart und nach wenigen Stunden gebrochen.

Unicef hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie mit ihren Hilfslieferungen mehrere Regionen am Obernil nicht mehr erreichen könne. Dort in der Stadt Wau Shilluk hätten Menschen seit Mai nicht mehr versorgt werden können, berichtet die New York Times.

Die Unmiss abgekürzte Mission der Vereinten Nationen im Südsudan ist eine der größten weltweit. Mehr als 10.000 Soldaten und 1.000 Polizisten werden in dem Land eingesetzt. Sie sollen Hilfslieferungen ermöglichen, Menschenrechtsverstöße feststellen und die Zivilbevölkerung schützen.