Der oberste Gerichtshof der USA hat den Einsatz von Giftspritzen zur Vollstreckung der Todesstrafe trotz mehrerer Zwischenfälle gebilligt. Die verwendete Giftmischung stelle für die klagenden Todeskandidaten kein "substanzielles Risiko schwerer Schmerzen" dar, heißt es in der Entscheidung. Geklagt hatten nach mehreren qualvollen Hinrichtungen mit dem umstrittenen Gift Todeskandidaten, die in ihrer bevorstehenden Exekution einen Verstoß gegen das verfassungsmäßige Verbot grausamer Bestrafung sahen.

Der Supreme Court hatte im Januar die Vollstreckung von drei Todesurteilen im Bundesstaat Oklahoma ausgesetzt. Konkret ging es um das Beruhigungsmittel Midazolam, das die Todeskandidaten zunächst betäuben soll, ehe hochgiftige Drogen zum Herzstillstand führen. Midazolam kam unter anderem bei der Hinrichtung von Clayton Lockett zum Einsatz, der vor einem Jahr nach 43-minütigem Todeskampf gestorben war.

Mit dem Urteil setzten sich die fünf konservativen Richter am Supreme Court gegen die vier linksliberalen durch. Richter Samuel Alito schrieb in der Mehrheitsmeinung, dass die Kläger keine alternative Hinrichtungsmethode mit "einem geringeren Schmerzrisiko" aufgezeigt hätten. Gegner der Todesstrafe in den USA zeigten sich enttäuscht über das Urteil. "Es ist schwer vorstellbar, was grausamer sein könnte als ein langwieriger, qualvoller Tod", sagte Diann Rust-Tierney von der Nationalen Koalition zur Abschaffung der Todesstrafe.

Die Todesstrafe ist in 31 der 50 US-Staaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück. Bundesstaaten mit Todesstrafe griffen zuletzt immer wieder auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern.