Eine Flüchtlingsunterkunft im Berliner Bezirk Köpenick © Fabrizio Bensch/Reuters

Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert wegen zunehmender Ausschreitungen und Übergriffe ein Verbot von Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen. "Wir brauchen ein Bannmeile um Flüchtlingsunterkünfte", sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt der Saarbrücker Zeitung. In einem Radius von einem Kilometer müsse es verboten werden, zu demonstrieren. Ähnliche Regeln gelten beispielsweise für Parlamentsgebäude.

"Die Menschen, die vor Verfolgung fliehen, haben einen Anspruch darauf, dass sie nicht auch noch denen ins Gesicht schauen müssen, die sie mit Steinen bewerfen", sagte Wendt. "Wir sollten diesen Versuch unternehmen." Nur so ließen sich Angriffe wie in Dresden verhindern. Dort war am Sonntagabend ein Asylbewerberheim mit Steinen beworfen worden. Eine Bannmeile sei zudem ein wichtiges Zeichen des Staates an Flüchtlinge, dass alles versucht werde, um Übergriffe zu verhindern.

Das Bundesinnenministerium hat errechnet, dass es im ersten Halbjahr 2015 schon mehr Angriffe auf Asylbewerberheime gegeben hat als 2014. Nur etwa ein Fünftel aller Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte wird aufgeklärt.

Die Gewalt gegen Asylbewerber- und Flüchtlingsheime in Deutschland im Überblick:

Gewalt gegen Flüchtlinge - Die (gesamt)deutsche Schande 202 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte im ersten Halbjahr, danach fast täglich neue Angriffe. Diese politisch motivierte Gewalt ereignet sich überall.