Für Menschen, die als Heimkinder in der Bundesrepublik Leid und Unrecht erlebt haben, stellt die Bundesregierung zusätzliches Geld zur Verfügung. Das Bundeskabinett beschloss die Aufstockung des sogenannten Heimkinderfonds West.

Bund, Länder und die beiden großen Kirchen hatten 2012 jeweils zu einem Drittel in einen Hilfsfonds für die Betroffenen eingezahlt. Die insgesamt 120 Millionen Euro waren allerdings schnell ausgeschöpft. Deshalb sollen die Mittel jetzt um 182 Millionen Euro aufgestockt werden. Ein Drittel übernimmt wieder der Bund.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte, bis zum Stichtag 31. Dezember 2014 hätten fast 20.000 Betroffene ihren Hilfebedarf angemeldet. Für etwa 13.000 von ihnen seien bereits Hilfeleistungen oder Rentenausgleichszahlungen bewilligt worden. Die Übrigen warteten noch auf Termine für Beratungsgespräche. 

Zwischen 1949 und 1975 waren in der Bundesrepublik etwa 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht. Viele von ihnen machten dort traumatisierende Erfahrungen: Teilweise gab es schwere Strafen, mangelhafte Betreuung und Zwang zur Arbeit.   

Ein entsprechender Heimkinderfonds Ost wurde wegen der hohen Nachfrage bereits im vergangenen Jahr von ursprünglich 40 Millionen Euro um etwa 325 Millionen Euro aufgestockt. Die Summe bringen der Bund und die ostdeutschen Länder jeweils zur Hälfte auf.