Weissach im Tal - Geplantes Flüchtlingsheim in Baden-Württemberg ist abgebrannt In Baden-Württemberg hat ein Haus gebrannt, in dem ab Dezember Asylbewerber untergebracht werden sollten. Zur Brandursache könne noch keine Aussage gemacht werden, sagte ein Polizeisprecher.

Im baden-württembergischen Weissach ist ein Gebäude abgebrannt, das für die Unterbringung von Asylbewerbern vorgesehen war. Verletzt wurde niemand. Über die Brandursache könne noch nichts gesagt werden, sagte ein Polizeisprecher. Ausgeschlossen werden könne derzeit nichts. Auch ein Brandanschlag als Ursache sei möglich.

Der dreistöckige Altbau stand voll in Flammen, als die Rettungskräfte kurz nach 5.00 Uhr eintrafen. Die Feuerwehr hatte den Brand nach rund einer Stunde unter Kontrolle. Das Gebäude sollte in Kürze renoviert werden. Es sei nun definitiv unbewohnbar, hieß es. Der Schaden sei noch nicht zu beziffern. 

Es wäre nicht der erste Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Weissach. Im Herbst 2005 war in dem Ort schon einmal ein Asylbewerberheim Ziel eines fremdenfeindlichen Angriffs. Damals hatte ein 17-jähriger Neonazi mit zwei Komplizen einen Molotow-Cocktail gegen ein Haus geworfen. Zu dem Zeitpunkt hielten sich elf Menschen in dem Gebäude auf. Verletzt wurde niemand. Der 17-Jährige wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.  

In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Brandanschläge auf Unterkünfte für Asylbewerber gegeben, meist bevor diese bezogen wurden. Mitte August brannte in der Eifel ein von vier Asylbewerbern bewohntes Haus. In Böhlen bei Leipzig wurde im Juli ein Flüchtlingsheim beschossen. Wegen einer Brandstiftung im Februar in Escheburg bei Hamburg wurde inzwischen ein Nachbar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 

Vor anderthalb Wochen zündeten Unbekannte zudem die Scheune auf dem Hof des Ehepaars Lohmeyer aus Jamel an. Das Ehepaar kämpft seit Jahren gegen Rechtsextremismus in dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. 

Straftaten auf Asylbewerberheime sind ein gesamtdeutsches Problem

Gewalt gegen Flüchtlinge - Die (gesamt)deutsche Schande 202 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte im ersten Halbjahr, danach fast täglich neue Angriffe. Diese politisch motivierte Gewalt ereignet sich überall.