Eine Frau räkelt sich mit gespreizten Beinen, streckt ihre Brüste in die Luft, das lange Haar fällt nach unten. Über dem Plakat steht: "Steile Berge, feuchte Täler". Damit will die Stadt Triberg im Schwarzwald für zwei ausgewiesene Männerparkplätze werben. Frauenverachtend nennen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Baden-Württembergs das Plakat.

"Diese Art der sexistischen Werbung, die den nackten Körper einer Frau als Blickfang nutzt und die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen allgemein suggeriert, ist frauen- und menschenverachtend", heißt es in einer Mitteilung. Die Gleichstellungsbeauftragten fordern die Gemeinde Triberg auf, das Plakat zu entfernen.

Die Kritik versteht Tribergs Bürgermeister Gallus Strobel (CDU) nicht: "Es geht um die Freiheit der Kunst, die provozieren darf und soll." Vor drei Jahren wies er den ersten Männerparkplatz Deutschlands aus. "Die Stellplätze sind sehr schwer zu befahren, da kommt man eigentlich nur rückwärts rein. Da haben wir die Idee gehabt, daraus welche für Männer zu machen."

Das Plakat nennt Strobel einen "Beitrag zum Humor in der Gesellschaft". Er hofft, dass so Touristen in die Stadt gelockt werden könnten, die 45 Kilometer südwestlich von Freiburg im Breisgau liegt. "Diese Aufmerksamkeit ist gut für Triberg."

Und Aufmerksamkeit bekommt das Wandbild der Stadt, die bisher vor allem für ihre Wasserfälle bekannt war – "die höchsten Deutschlands". Die Emma-Redaktion kommentierte den Bericht einer Lokalzeitung mit den Worten, "kannste dir nicht ausdenken". Andere Nutzer twittern, dass Bild sei wahlweise ekelhaft, banal, beschämend oder geschmacklos

Der Aufschrei war kalkuliert. Denn das Wandbild ist die Kopie einer Grafik, mit der das "Ferienland Schwarzwald" vergangenes Jahr im Ryan-Air-Kundenmagazin warb. "Große Berge, feuchte Täler & jede Menge Wald" stand da neben einer Frauensilhouette. Der Deutsche Werberat beschäftigte sich mit der Anzeige. Die Marketinggesellschaft entschloss sich daraufhin, die Anzeige nicht mehr zu verwenden.

Der Werberat hat auch Beschwerden über das Triberger Wandbild erhalten, es sei frauenfeindlich und sexistisch. Doch Geschäftsführerin Julia Busse sagt: "Dieses Mal können wir nichts tun, wir sind nur für Wirtschaftswerbung zuständig."