Einen Tag nach dem Bombenanschlag in Bangkok ist in der thailändischen Hauptstadt ein zweiter Sprengsatz explodiert. Dabei wurde niemand verletzt oder getötet, wie die Polizei mitteilte. Ein Unbekannter habe an einem Hafenanleger versucht, eine Rohrbombe auf Wartende zu schleudern, aber sein Ziel verfehlt, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Der Sprengsatz explodierte im Wasser, wie Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen.

Der Anleger Saphan Thaksin ist der wichtigste Pier für Ausflugsboote in Bangkok. Dort holen Luxushotels, die am Fluss Chao Phraya liegen, ihre Gäste ab und Touristenboote fahren zu Sehenswürdigkeiten wie dem Königspalast.

Am Montagabend war mitten in einem Einkaufsviertel im bei Touristen beliebten Erawan-Schrein eine Bombe explodiert. Die Polizei geht bislang von 20 Toten aus, 125 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern waren zahlreiche Touristen aus dem Ausland, zumeist aus China und Malaysia.

Wer hinter den Anschlägen stecken könnte, ist unklar. Polizei und Militär fahnden mit dem Video einer Überwachungskamera nach dem mutmaßlichen Attentäter vom Erawan-Schrein. Es zeigt einen Mann im gelben T-Shirt, der kurz vor der Detonation unter einer Bank einen Rucksack ablegt und dann den Ort verlässt.

Hinweise darauf, wer der oder die Täter sind, gibt es nicht. Thailand steht im Zentrum von mehreren Konflikten: Im Süden des Landes, an der Grenze zu Malaysia, kämpfen muslimische Aufständische bereits seit mehr als zehn Jahren für Unabhängigkeit. Dabei sind mehrere Tausend Menschen getötet worden, der Konflikt schwappte aber nur selten auf andere Teile des Landes über. Eine Ausnahme war womöglich die Explosion einer Autobombe auf der Ferieninsel Ko Samui im April dieses Jahres, bei der sieben Menschen verletzt wurden. Von der Armee hieß es, der Anschlag in Bangkok trage nicht die Handschrift der muslimischen Rebellen.

Thailands zweiter Krisenherd ist der seit Jahren tobende Kampf um die Macht in Bangkok, der mit dem Putsch der Armee im Mai 2014 sein vorläufiges Ende fand.