Ein Opfer der Charlie Hebdo-Attentäter, Lilian Lepère, verklagt drei französische Sender. Der 26-Jährige hatte sich in einer Druckerei in Dammartin-en-Goële versteckt, in der die Attentäter Chérif und Saïd Kouachi flüchteten. Die Radiostation RMC und die Fernsehsender France 2 und TF 1 berichteten damals, dass sich Lepère in dem Gebäude befinde und spekulierten darüber, wo er sich aufhalten könne.

Die Medien hätten seinen Mandaten gefährdet, zitierte die Zeitung Le Parisien Lepères Anwalt, Antoine Casubolo Ferro. Dass die Pariser Staatsanwaltschaft damit begonnen habe, zu ermitteln, sei eine "sehr gute Nachricht" sagte er. "Man darf erwarten, dass das die Medien beim nächsten Mal zum Nachdenken bringt."

Seit April ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem ähnlichen Fall. Als Amédy Coulibaly zwei Tage nach dem Charlie Hebdo-Anschlag in einem Supermarkt Geiseln nahm, versteckten sich mehrere Menschen in einer Kühlkammer. Noch während der Geiselnahme berichtete darüber der Sender BFMTV. Ihm wird vorgeworfen, die Menschen so gefährdet zu haben.

Während Coulibaly Geiseln im Supermarkt in Paris nahm, belagerten Sicherheitskräfte die Druckerei nordöstlich der Stadt. Nach mehreren Stunden wurden beide Orte zeitgleich gestürmt und die drei Angreifer getötet. Wenige Tage später berichtete Lepère dem Sender France 2 von seinen Stunden in der Druckerei. Er hatte sich unter einer Küchenspüle versteckt.