Die Zahl der Flüchtlinge aus Staaten des westlichen Balkans ist deutlich zurückgegangen. In der letzten Augustwoche kamen von dort nur noch 2.586 Menschen nach Deutschland, in der zweiten Juliwoche waren es noch 5.445 gewesen, berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Zahlen aus dem Innenministerium. Damit hat sich die Zahl der Asylbewerber aus der Region in dem kurzen Zeitraum mehr als halbiert.

Bereits die Zahlen aus dem Juli deuteten auf einen Rückgang hin, berichtet die Zeitung weiter. Noch zu Beginn des Jahres seien allein aus dem Kosovo täglich mehr als 1.000 Menschen eingereist. Im ersten Halbjahr 2015 zählte das Bundesamt für Migration insgesamt etwa 80.000 Asylanträge aus dem Westbalkan.

Im Gegensatz zu den Zahlen aus den Balkanländern ist die Gesamtzahl der Flüchtlinge zwischen Juli und August deutlich gestiegen. Laut Tagesspiegel waren es in der zweiten Juliwoche knapp 18.000 und in der letzten Augustwoche etwa 26.000. Flüchtlinge aus dem Westbalkan machten dadurch nur noch etwa zehn Prozent aus. Zuvor war es knapp ein Drittel gewesen.

Für den Rückgang könnten Informationskampagnen der Bundesregierung und der betroffenen Regierungen verantwortlich sein, schreibt der Tagesspiegel. Die Bundespolizei etwa verbreitet ein Rückführungsvideo in Länder der Westbalkanstaaten. Auch das Bundesamt für Migration wirbt mit Anzeigen auf Facebook und in Zeitungen in Albanien und Serbien gegen eine Ausreise nach Deutschland. 

Wie das Asylverfahren in Deutschland ist, zeigt das Video.

Kurz erklärt - Wie das Asylverfahren in Deutschland ist