In der Nähe des Ortes Mina in Saudi-Arabien ist bei der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch eine Massenpanik ausgebrochen. Mehr als 700 Menschen seien getötet worden. Vor den Toren der heiligen Stadt Mekka seien zudem weitere 800 Menschen verletzt worden, teilte der Zivilschutz des Landes mit.

Zu dem Unglück kam es in der Nähe des Ortes Mina, wo die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt symbolisch den Teufel steinigen. Dort hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Baumaßnahmen gegeben, die einen Massenandrang verhindern sollten. Doch bereits am gestrigen Mittwoch erlitten mehr als 200 Menschen an einem Bahnhof in Mina in großem Gedränge Schwäche- und Ohnmachtsanfälle. Dort war der Zugverkehr wegen eines technischen Defekts gestört.

Nach Angaben saudischer Medien haben sich in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf die Pilgerfahrt nach Mekka gemacht, darunter fast 1,4 Millionen aus anderen Ländern. Bei den Massenveranstaltungen kommt es immer wieder zu Unfällen und Tragödien. Gerade in Mina rund fünf Kilometer vor den Toren Mekkas gab es in der Vergangenheit schon mehrfach Tote bei Pilgerreisen. 1990 ereignete sich das bislang schlimmste Unglück im Zuge der Hadsch-Festlichkeiten. In einem überfüllten Fußgängertunnel zu den heiligen Stätten in Mekka kam es zu einer Massenpanik, 1.426 Pilger starben.

Erst vor etwa zwei Wochen war es in Mekka zu einem tragischen Unfall gekommen: Ein Kran war in die Große Moschee gestürzt und tötete mehr als 100 Menschen. Um die Große Moschee herum stehen derzeit mehrere Baukräne. Sie sind Teil eines riesigen Bauprojekts zur Erweiterung des Moscheebereichs um 400.000 Quadratmeter. Dadurch sollen dort gleichzeitig bis zu 2,2 Millionen Menschen Platz finden.

Die Kaaba – ein würfelartiges Gebäude, verkleidet mit schwarzem Stein – befindet sich im Innenhof der Großen Moschee in Mekka. Sie ist das wichtigste Heiligtum im Islam und das Ziel von Millionen Pilgern während des Hadsch, der am Dienstag begonnen hat.

Mekka in Saudi-Arabien ist die heiligste Stadt des Islams. Ihr Gebet richten Muslime auf aller Welt stets in Richtung der Stadt. In ihrem Zentrum steht die Heilige Moschee, die die Kaaba beherbergt. Jedes Jahr reisen Millionen Pilger nach Mekka, um in der Heiligen Moschee zu beten. Am ehrwürdigsten ist die Wallfahrt im Monat Hadsch rund um das Opferfest. Nicht-Muslime dürfen die Stadt nicht betreten. 

Der Islam schreibt vor, dass jeder gläubige und gesunde Muslim einmal im Leben den Hadsch mitmacht und dabei den Weg nachvollzieht, den der Prophet Mohammed einst ging. Pilger nehmen dafür nicht nur körperliche Strapazen auf sich, sondern sparen oftmals auch viele Jahre, um sich diese Reise leisten zu können. Als Anerkennung dafür werden sie anschließend mit dem von Respekt zeugenden Titel Haschdschi geehrt. 

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam. Dazu gehören auch der Glaube an den einen Gott und den Propheten Mohammed als seinen letzten Boten, die fünf Gebete am Tag, Wohltätigkeit und das Fasten im Ramadan.