Die Menschen seien aus acht überfüllten Fischerbooten und zwölf motorisierten Schlauchbooten geholt worden, teilte die Küstenwache mit. An der Operation, bei der auch eine Frauenleiche geborgen wurde, waren Schiffe von Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen sowie eine Fregatte der Bundeswehr beteiligt, die Hunderte der Flüchtlinge aufnahm. Die britische und kroatische Marine sowie ein Frachtschiff halfen ebenfalls mit. Beim größten Einsatz brachten sie 1.137 Menschen von zwei Schiffen in Sicherheit. Italien koordiniert die Seenotrettung der EU vor der Küste des nordafrikanischen Landes.

Die Bundeswehr-Fregatte "Schleswig-Holstein" nahm in einem fast zwölfstündigen Einsatz 767 Flüchtlinge von einem Holzboot und einem Schlauchboot an Bord. Dies sei die größte Anzahl von Menschen, die die Fregatte je an einem Tag gerettet habe, sagte ein Sprecher an Bord. Die meisten der geretteten Menschen stammten aus dem Sudan sowie aus Eritrea, Somalia und Syrien.

Die Fregatte mit den Flüchtlingen soll voraussichtlich in Palermo auf Sizilien einlaufen, um die Migranten an die zuständigen Behörden zu übergeben. Die "Schleswig-Holstein" ist eines von zwei deutschen Schiffen, die sich seit Ende Juni an der EU-Mission zur Seenotrettung und Bekämpfung der Schleuserkriminalität im südlichen Mittelmeer beteiligen. Insgesamt haben die deutschen Schiffe seitdem fast 2.400 Menschen geholfen. Zuvor hatte die Bundeswehr unter einem nationalen Mandat insgesamt 5.673 Flüchtlinge gerettet.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi herrschen in Libyen chaotische Zustände. So ist das Land zu einer wichtigen Durchgangsstation für Menschen geworden, die Europa erreichen wollen.


Der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR zufolge sind in diesem Jahr bislang mehr als 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Tausende kamen dabei ums Leben. Die Menschen begeben sich in ihrer Not zum Teil auf völlig untaugliche und überladene Boote. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen haben in diesem Jahr bereits 442.421 Menschen das Mittelmeer in Richtung Europa überquert. 2.921 starben dabei. Die Internationale Organisation für Migration spricht von 473.887 Überquerern und 2.814 Toten.