Mit einem Treffen im Weißen Haus beginnt heute der erste volle Besuchstag von Papst Franziskus in Washington. Der aus Argentinien stammende Papst ist zum ersten Mal in den USA. Er wurde von US-Präsident Barack Obama, dessen Frau Michelle und beiden Töchtern am Flughafen empfangen. Anschließend hatte die Präsidentenfamilie eine kurze private Unterredung mit dem Papst.

Am Vormittag (Ortszeit) wird Franziskus nach dem Treffen mit Obama in einem offenen Wagen vorbei an Zehntausenden Zuschauern an der National Mall entlangfahren. Am Mittag trifft er mit den rund 400 katholischen Bischöfen der USA zusammen.

Ein Höhepunkt des ersten Besuchstages ist die Heiligsprechung des Paters Junípero Serra, eines Missionars aus dem 18. Jahrhundert. Es ist die erste Heiligsprechung auf US-amerikanischem Boden. Am Donnerstag spricht Franziskus als erster Papst vor dem US-Kongress.

Seine Reise führt den Papst auch nach New York und Philadelphia. In New York wird er unter anderem vor den Vereinten Nationen sprechen. In Philadelphia nimmt Franziskus am Weltfamilientag teil und feiert eine Messe mit bis zu zwei Millionen Besuchern.

Franziskus kam direkt aus Kuba. In dem sozialistischen Land hatte er für die versöhnende Kraft der Kirche geworben. Er wünsche sich eine Kirche, "die aufbricht, um Brücken zu spannen, Mauern zu durchbrechen und Versöhnung auszusäen", sagte der Argentinier in Santiago de Cuba.

Das Video zeigt erste Bilder des Papst-Besuches:

Der Vatikan spielte eine Schlüsselrolle bei der diplomatischen Annäherung zwischen den USA und Kuba, für deren Fortführung Franziskus in Kuba warb.

Mit Spannung wird erwartet, ob er sich auch zu dem seit 55 Jahren bestehenden US-Handelsembargo gegen Kuba äußern wird. Es soll zwar gelockert, aber nicht komplett aufgehoben werden. Kubas Staatschef Raúl Castro nannte das Embargo im Beisein des Papstes "grausam".