Ein Flüchtling stürzt mit einem Kind auf dem Arm, nachdem die Kamerafrau ihm ein Bein gestellt hat. © Marko Djurica/Reuters

Eine ungarische Kamerafrau hat am Grenzübergang Röszke nach Flüchtlingen getreten. Das belegen Aufnahmen einer Situation, in der sich zahlreiche Menschen von Polizisten losreißen, um die Grenze zwischen Serbien und Ungarn zu überqueren. In den Videos ist zu sehen, wie die Frau einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt. In einer anderen Szene tritt sie Menschen, die an ihr vorbeirennen, darunter ein Kind.

Die Frau arbeitete für den Internetfernsehsender N1TV, der der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik nahesteht. Die Aufnahmen verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken, Hunderte Menschen äußerten sich wütend und empört.

N1TV reagierte mit der Entlassung der Kamerafrau. "Eine N1TV-Kollegin hat sich heute an einem Sammelpunkt für Flüchtlinge in Röszke inakzeptabel verhalten", schrieb N1TV-Chefredakteur Szabolcs Kisberk auf der Facebook-Seite des Senders. Der Arbeitsvertrag sei daher mit sofortiger Wirkung beendet worden. Der Sender betrachte die Angelegenheit damit als abgeschlossen.

Seit Jahresbeginn sind mehr als 165.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland oder Österreich weiter. Nach ihrer Ankunft in Ungarn müssen die Flüchtlinge aber zunächst stundenlang auf ihre Registrierung warten. Die Lage am Grenzübergang in Röszke an der Grenze zu Serbien ist auch deswegen seit Tagen angespannt.