"In Mathe bin ich Deko": Mit diesem Spruch auf einem T-Shirt für Mädchen handelte sich der Versandhändler Otto 2013 einen Shitstorm ein. Eine Studie der TU Berlin hat nun untersucht, was sich seitdem bei den Aufdrucken von Textilien für Kinder getan hat. Das Ergebnis: Nicht viel, Sprüche auf Kinder-Kleidung transportieren nach wie vor häufig geschlechtsspezifische Klischees.

Entsprechende Stereotype finden sich demnach bei allen elf untersuchten Marken quer durch alle Preissegmente. Die häufigsten Adjektive auf Mädchen-Kleidung waren demnach die englischen Begriffe little, sweet, happy, cute und lovely. Bei den Substantiven lagen love, girl, star und princess vorne. Ganz anders bei den Jungen: Sie wurden auf den T-Shirts meistens als crazy, cool, wild und strong charakterisiert. Bei den Hauptwörtern dominierten life, team, king und rebel.

Für die Erhebung wurden insgesamt 501 T-Shirts für Jungen und Mädchen ausgewertet. Einbezogen wurden Oberteile mit einzelnen Worten und kurzen Sprüchen. Die Recherche erfolgte größtenteils über die Onlineshops der Hersteller.  

Typische Motive dominieren

Die Autoren der Studie sehen in den Begriffen eine klare Zuschreibung. Bei den Mädchen würden unter anderem Motive wie Träume, Unschuld, Schönheit und Naivität dominieren. Bei den Jungen stünden dagegen unter anderem Sport, Wettkampf, Teamgeist, Abenteuer und Rebellion im Vordergrund.

Die geschlechterbedingten Vorurteile sind den meisten in unserer Gesellschaft gar nicht bewusst", sagte Petra Lucht von der TU Berlin. "Geschlechterstereotype, das sieht man sehr eindrücklich an den T-Shirt-Sprüchen, werden uns übergestreift wie eine zweite Haut."