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16. November 2015 Liveblog abgeschlossen
© Lucas Jackson/Reuters

Terror in Paris: IS bereitet weitere Anschläge in Europa vor

Nach Angaben des französischen Premiers wurden die Anschläge von Syrien aus organisiert. Der IS bereite weitere Attentate vor. Das Live-Blog vom Wochenende zum Nachlesen
  • Dieses Liveblog ist geschlossen. Alle Berichte, Analysen, Kommentare und Fotostrecken zu den Anschlägen in Paris finden Sie auf unserer Themenseite.
  • Die Polizei fahndet nach einem flüchtigen Attentäter. Der zur internationalen Fahndung ausgeschriebene Abdeslam Saleh könnte sich nach Spanien abgesetzt haben.
  • Laut Frankreichs Premierminister wurden die Attentate aus Syrien geplant. Weitere Anschläge in europäischen Städten drohten.
  • Bei den sechs Anschlägen in Paris am Freitag sind mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher. Mehr als 350 Menschen wurden verletzt, davon viele schwer.
  • Sieben Attentäter sind tot, sechs sprengten sich selbst in die Luft, einer wurde von der Polizei erschossen. In der Nähe eines Attentäters ist ein syrischer Pass gefunden worden.
  • Ein 29-jähriger Franzose ist als erster der sieben Attentäter identifiziert worden, zwei weitere lebten zuletzt im Großraum Brüssel.
  • Präsident Hollande macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" für die Anschläge verantwortlich, der IS hat dies in einer bisher nicht vollständig verifizierbaren Stellungnahme bestätigt. Der Präsident sagte, Frankreich sei "im Krieg". Französische Kampfjets zerstörten zwei IS-Lager im syrischen Rakka.

  • 12:29 Uhr
    Fabian Albrecht

    Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich vorerst nicht zu einem möglichen UN-Mandat für einen Kampfeinsatz in Syrien äußern. Nun müsse zunächst der in Wien vereinbarte Prozess für eine politische Beilegung des Bürgerkrieges vorangetrieben werden, dabei spielten auch die Vereinten Nationen eine Rolle. „Weitergehende Dinge kann ich noch nicht sagen“, sagte Merkel am Rande des G20-Gipfels im türkischen Badeort Belek.

    Zunächst müsse ein Waffenstillstand erreicht werden. „Dann bleibt die Auseinandersetzung mit dem 'Islamischen Staat'. Aber da sind wir noch nicht.“ Es sei noch „nicht absehbar, welche Aufgaben auf uns zukommen“, sagte Merkel.

  • 10:30 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Ermittler haben zwei weitere Attentäter identifiziert: Die Fingerabdrücke eines der Selbstmordattentäter stimmen nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft mit denen überein, die bei einem Mann registriert wurden, der im Oktober mit syrischem Pass nach Griechenland eingereist war. Ob der Mann tatsächlich Syrer ist, ist allerdings weiterhin unklar: Die Echtheit des Passes war von unterschiedlichen Stellen angezweifelt worden. Bei dem zweiten Identifizierten handelt es sich um einen Mann, der den Ermittlern bereits seit 2012 bekannt ist. Er stand im Verdacht, eine terroristische Vereinigung gegründet zu haben.

  • 10:05 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Und noch ein Aspekt aus dem Interview von Manuel Valls mit RTL: Frankreich will Moscheen und radikale Vereinigungen schließen, die "gegen die Werte der Republik verstoßen", sagte der Premierminister. "Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit."

  • 10:03 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat den britischen Premier David Cameron am Rande des G-20-Gipfels zu einem gemeinsamen Vorgehen im Kampf gegen den Terrorismus aufgefordert. Darüber soll noch am Montagmorgen beraten werden.

  • 08:51 Uhr
    Ute Brandenburger

    Das französische Verteidigungsministerium händigte Aufnahmen startender Kampfflugzeuge aus, die den Angriffsbeginn auf die IS-Hochburg Rakka zeigen sollen.

  • 08:39 Uhr
    Sybille Klormann

    Der britische Premierminister David Cameron fordert vom Parlament Unterstützung für die Beteiligung seines Landes an Luftangriffen in Syrien. "Wir müssen das Parlament überzeugen", sagt er der BBC.

    Vor etwa zwei Wochen hatte ihm das Parlament untersagt, Luftangriffe in Syrien durchzuführen. Schon jetzt gebe es zahlreiche "unkoordinierte militärische Engagements mit einer alarmierenden Bandbreite von internationalen Akteuren im Irak und in Syrien", erklärte der Vorsitzende des einflussreichen Ausschusses, Crispin Blunt, der Camerons Konservativer Partei angehört.

    Auch 2013 war Cameron mit Plänen für Luftangriffe in Syrien im britischen Parlament gescheitert. Nach den Attentaten von Paris und der anhaltend hohen Terrorgefahr – die laut Valls auch andere europäische Länder konkret betrifft – wird die Regierung die Lage für Großbritannien ein weiteres Mal neu bewerten.

  • 08:37 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Die Polizei hat bei Durchsuchungen in Lyon einen schultergestützten Raketenwerfer und weitere Waffen gefunden. Zudem seien fünf Verdächtige festgenommen worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise.

  • 08:08 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Der IS bereitet nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls weitere Anschläge auf europäische Länder vor. "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder", sagte Valls dem Sender RTL.

    Die Terroranschläge in Paris seien von Syrien aus "organisiert" und "geplant" worden. Frankreich werde zudem lange mit der Bedrohung durch den Terrorismus leben müssen. Er könne auch weitere Anschläge in den kommenden Tagen oder Wochen nicht ausschließen.

  • 08:04 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Wer waren die Attentäter von Paris? Welche Maßnahmen haben die französischen Behörden ergriffen? Einen detaillierten Überblick über die Geschehnisse gibt es in unserer Zusammenfassung.

  • 07:55 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Die Schulen in Frankreich sollen heute wieder öffnen. Es sei wichtig, dass die Schüler sich zur Schweigeminute zusammenfinden könnten, sagte die zuständige Ministerin Najat Vallaud-Belkacem. Die Andacht ist europaweit für 12 Uhr angesetzt.

  • 07:51 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Asiem El Difraoui hat die Radikalisierung von Islamisten wenig mit Religion zu tun. Sie hänge eher mit familiären Traumata zusammen und mit einer "ganz allgemeinen Sinnsuche, mit dem Finden einer neuen Gemeinde", sagte El Difraoui der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Es geht gar nicht darum, Muslim zu werden und in der Spiritualität des Islam auf Sinnsuche zu gehen. Sondern man wird gleich Dschihadist." 

    Der Wissenschaftler, der französische Regierungsinstitutionen in Fragen der Dschihadismus-Prävention berät, kritisierte die geringen Kenntnisse in diesem Bereich. Polizisten seien nicht ausreichend geschult. Zudem würde das Phänomen erst jetzt wissenschaftlich beleuchtet. Dabei brauche eine europaweite Debatte darüber, wie man jungen Menschen die europäische Identität vermitteln könne, etwa, "dass man auch seine Religion hier wesentlich besser leben kann als in Saudi-Arabien oder in Ägypten".  Eine "Kreuzzügler-Rhetorik" westlicher Länder spiele den Islamisten unterdessen in die Hände, sagte El Difraoui. Sie wüssten zudem, dass in drei Wochen Regionalwahlen in Frankreich stattfinden. "Und natürlich auch, dass Muslime jetzt stigmatisiert werden."

  • 07:33 Uhr
    Mathias Peer

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnt vor überstürzten militärischen Reaktionen. Gegen den IS helfe "nur planvolles Handeln der Staatengemeinschaft", sagte Steinmeier zu Spiegel Online. "Der Kampf gegen den IS wird allein militärisch nicht zu gewinnen sein", die Staatengemeinschaft müsse sich "noch kraftvoller" für eine politische Lösung einsetzen und Perspektiven für eine Befriedung Syriens aufzeigen.

  • 07:05 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Auch Großbritannien will die Kapazitäten seiner Geheimdienste aufstocken. Nach Informationen des Guardian und der Financial Times sollen insgesamt 1.900 neue Stellen bei MI5, MI6 und GCHQ geschaffen werden. Premierminister David Cameron wird die Maßnahme demnach heute bekanntgeben und mit einer "wachsenden Terrorgefahr" begründen.

  • 07:00 Uhr
    Mathias Peer

    In den USA verschärft sich nach den Anschlägen von Paris der Streit um die Aufnahme syrischer Flüchtlinge. Der Gouverneur von Alabama, Robert Bentley, hat in einer Mitteilung angekündigt, als Konsequenz aus den Attentaten keine Flüchtlinge aus Syrien in seinem Bundesstaat aufzunehmen. "Unter Berücksichtigung der Terroranschläge auf unschuldige Bürger in Paris werde ich jedem Versuch entgegentreten, syrische Flüchtlinge nach Alabama umzusiedeln", schrieb der republikanische Politiker. Er fügte hinzu: "Als Gouverneur werde ich mich an keiner Politik beteiligen, die Alabamas Bürger gefährdet." US-Präsident Barack Obama hatte zuvor die Aufnahme von mindestens 10.000 syrischen Flüchtlingen in den Vereinigten Staaten gefordert.

  • 06:54 Uhr
    Sasan Abdi-Herrle

    Nach Informationen der AFP stehen die jüngsten Durchsuchungen in keinem direkten Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Sie seien aber Teil von "breiteren Anti-Terror-Maßnahmen", berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise. In Toulouse konzentrierten sich die Razzien demnach auf den Stadtteil Mirail, in dem bis zu seiner Festnahme auch der Islamist Mohamed Merah wohnte, der 2012 sieben Menschen ermordet hat.

  • 05:42 Uhr
    Mathias Peer

    Französische Medien melden mehrere Anti-Terror-Einsätze der Polizei. Den Berichten zufolge kam es in der Nacht zu Razzien in den Städten Toulouse, Grenoble, Calais und der Pariser Vorstadt Bobigny. Die Zeitung La Dépêche du Midi veröffentlichte ein Foto des Großeinsatzes in Toulouse. Laut dem Fernsehsender iTélé wurden dabei mindestens drei Personen in Gewahrsam genommen. In Grenoble kam es einem lokalen Medienbericht zufolge ebenfalls zu mehreren Festnahmen.


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