Asylbewerber in einem Hotel in Halle © Jens Schlueter/Getty Images

Der Philologenverband Sachsen-Anhalt hat mit einem Artikel in seiner Mitgliederzeitung Empörung ausgelöst. Es geht um zentrale Passagen eines Artikels, unterzeichnet von Verbandschef Jürgen Mannke und seiner Vize Iris Seltmann-Kuke. Der Verband fordert Aufklärung, damit sich Mädchen nicht "auf ein oberflächliches sexuelles Abenteuer mit sicher oft attraktiven muslimischen Männern einlassen".

In dem Text stellt die Lehrergewerkschaft muslimische Männer grundsätzlich als Risiko für Mädchen dar. Es ist von einer "Immigranteninvasion" die Rede und angeblichen sexuellen Belästigungen durch Asylbewerber. Es sei nicht zu übersehen, dass "viele junge, kräftige, meist muslimische Männer" ins Land kämen, heißt es da. Und zwar "nicht immer mit den ehrlichsten Absichten".

Die "oft auch ungebildeten Männer" hätten ein Bedürfnis nach Sexualität, konstatieren die Autoren. Und schon jetzt höre man "aus vielen Orten in Gesprächen mit Bekannten, dass es zu sexuellen Belästigungen" komme – "vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten".

Deshalb müssten sich die "verantwortungsvollen Pädagogen" des Verbandes nun fragen, wie man Mädchen ab zwölf Jahren vor Sex mit muslimischen Männern warnt.

Verbandschef Mannke wies gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung die Kritik zurück. "Ich bediene keine rassistischen Ressentiments", sagte er. "Wir machen uns Sorgen." Was in dem Artikel stehe, sei die Wahrheit. Dann argumentierte er mit der Meinungsfreiheit: "Ich habe mir vor 1989 nicht den Mund verbieten lassen und tue das jetzt auch nicht", sagte Mannke.

Bildungspolitiker reagierten empört. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) kritisierte im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung, der Verband würde "Gerüchte verstärken, Halbwahrheiten verbreiten und unsere Werte als Keule benutzen". Ähnlich reagierte die Linkspartei. "Das grenzt an Hetze", kritisierte Linken-Landesvorsitzende Birke Bull den Verband.

Auch von den Grünen kam scharfe Kritik: "Das ist inhaltlich auf einem unterirdischen Niveau, das bedient Vorurteile und den rechten Rand", sagte Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert.

Hinweis: In einer ersten Version dieses Artikels hatten wir versehentlich einen falschen Link gesetzt, der auf die Website des Verbandes Bildung und Erziehung Sachsen-Anhalt und nicht auf die des Philologenverbandes führte. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Die Redaktion