Drei Terroristengruppen, drei Anschlagsorte, ein Ziel: das bunte Feierabendleben in der französischen Hauptstadt angreifen, die offene Gesellschaft verwunden, in der jeder sein darf, wie er mag. Mehrere Tage nach den Attacken wird das Bild klarer, langsam lässt sich erkennen, was die Täter wollten. Es waren drei vorher geplante, gezielte Anschläge. Der Plan mit dem größten Zerstörungspotenzial wurde dabei glücklicherweise nahezu vereitelt.

Das Ergebnis ist trotzdem schrecklich. Sechs Mal schlagen die Attentäter in der Nacht von Freitag auf Samstag zu. Ihre Angriffe sind minutiös aufeinander abgestimmt: Die erste Gruppe aus drei Attentätern soll das Fußballstadion Stade de France nördlich von Paris in Saint-Denis attackieren. Die zweite zieht mordend durch das Ausgehviertel um den Canal Saint-Martin in der Innenstadt – wie viele Täter es sind, ist weiter unklar. Die dritte Gruppe stürmt den Konzertsaal Bataclan und verursacht dort ein Inferno. Mindestens sieben Täter tragen dabei mit Sprengstoff, Schrauben und Bolzen gefüllte Westen und jagen sich selbst in die Luft.

Die Ermittler finden bei allen Reste des Sprengstoffs TATP, dazu die gleichen Zünder und die gleichen Batterien. Die Bomben müssen aus derselben Bombenwerkstatt stammen. Das Wissen zur Herstellung solcher Sprengwesten findet sich nicht im Internet, was dafür spricht, dass es Planer gibt, Finanziers, Kuriere, Hintermänner. Auch sie werden nun mit großem Aufwand gesucht.

Was über die Täter bekannt ist, finden Sie hier.

Trotz aller Ungewissheiten lässt sich der Ablauf der Angriffe inzwischen weitgehend rekonstruieren.