Papst Franziskus hat sich erstmals direkt zu den neuesten Enthüllungen von maßloser Verschwendung im Vatikan geäußert. In seiner Sonntagsansprache auf dem Petersplatz in Rom nannte er die als "VatiLeaks 2" bekannt gewordene Affäre ein Verbrechen und "eine bedauerliche Tat, die nicht hilfreich ist".

Der Papst betonte jedoch, dass er seine Reformen im Vatikan weiterführen wolle. "Meinen Mitarbeitern und mir selbst waren diese Dokumente wohlbekannt, und unsere Gegenmaßnahmen haben bereits angefangen, Früchte zu tragen", sagte Franziskus. Er verwies zudem darauf, dass er selbst die Untersuchungen veranlasst habe, über deren Ergebnisse in diesen Akten berichtet werde. Die Gläubigen forderte er auf, sich durch diesen Vorfall nicht beunruhigen zu lassen und weiter für ihn und die Kirche zu beten.

Am Donnerstag waren zwei Enthüllungsbücher italienischer Journalisten über Misswirtschaft, Korruption und Intrigen im Vatikan erschienen, die auf den Dokumenten einer von 2013 bis 2104 tagenden Kommission zur Untersuchung der vatikanischen Finanzen basieren sollen.

Der Vatikan nahm am vergangenen Wochenende einen ranghohen Geistlichen der römischen Kurie und eine italienische PR-Fachfrau im Zusammenhang mit den Enthüllungen vertraulicher Informationen fest. Die Italienerin ist seit Montag wieder frei, gilt aber weiterhin als Verdächtige. Der erste VatiLeaks-Skandal von 2012 soll zu dem überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013 beigetragen haben.