Die Zahl der in Afrika zwangsverheirateten Mädchen wird laut Prognosen des UN-Kinderhilfswerks Unicef von derzeit 125 Millionen auf 310 Millionen im Jahr 2050 steigen, wenn der aktuelle Trend anhält. "Die bloße Zahl der betroffenen Mädchen unterstreicht, dass diese Praxis gestoppt werden muss", sagte Unicef-Chef Anthony Lake.

Hintergrund der Entwicklung sind die wachsenden Bevölkerungszahlen auf dem Kontinent. Zwar sind anteilig immer weniger Mädchen von Zwangsheiraten betroffen, doch wächst die Gesamtzahl durch die hohe Geburtenrate deutlich.

Sollten die Prognosen stimmen, würden in Afrika mehr Mädchen in Ehen gezwungen werden als in Asien. Auf dem asiatischen Kontinent kommt es laut Unicef derzeit am häufigsten zu Kinderehen. Betroffen sind auf beiden Kontinenten insbesondere Mädchen aus den ärmeren Schichten.

Das Thema beschäftigte auch eine Konferenz der Afrikanischen Union (AU). "Kinderehen sind eine Verletzung der Menschenrechte", hieß es in einer Erklärung zum Auftakt des Treffens. Die "schädliche Praxis" beeinträchtige die Kinderrechte massiv. Gründe für Zwangsverheiratungen seien vor allem Armut und überkommene Traditionen.