Die französischen Behörden haben nach den Anschlägen von Paris drei Moscheen geschlossen. Es handle sich um eine Operation gegen Prediger des Hasses, selbst ernannte Imame, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Die Polizei habe am Morgen eine großangelegte Aktion in einer Moschee in Lagny-sur-Marne bei Paris durchgeführt. Zwei der Häuser seien in der vergangenen Woche in Lyon und in Gennevilliers nahe Paris geschlossen worden.

In der Moschee in Lagny-sur-Marne seien ein Revolver, eine Festplatte und Propagandamaterial gefunden worden. Auch sei eine Koranschule entdeckt worden, die der Moschee angeschlossen und nicht genehmigt gewesen sei.

"Solche Maßnahmen der Schließung von Moscheen wegen einer Radikalisierung wurden noch nie zuvor von einer Regierung getroffen", sagte Cazeneuve. Möglich sei dies, da in Frankreich seit den Anschlägen Mitte November der Ausnahmezustand gilt. Dieser erlaubt es, Ausgangssperren zu erlassen, Wohnungen nachts ohne richterlichen Beschluss zu durchsuchen oder Gebetsräume mutmaßlich radikaler Muslime zu schließen. Seit der Ausnahmezustand gilt, sind nach Regierungsangaben 2.235 Objekte durchsucht worden. 263 Verdächtige wurden festgenommen und 334 Waffen beschlagnahmt. 330 Menschen seien unter Hausarrest gestellt worden.

Zwei Tage nach den Anschlägen von Paris hatte Cazeneuve angekündigt, dass ausländische Imame ausgewiesen werden würden, wenn sie Hass predigen. Die Moscheen, in denen dies geschehe, müssten aufgelöst werden, forderte Cazeneuve damals in einem Fernsehinterview. Nach seinen Angaben haben Frankreichs Behörden seit 2012 40 islamistische Prediger des Landes verwiesen.