Feuerwerk über dem Königspalast in Brüssel im Jahr 2013 ©Vincent Kessler/Reuters

Brüssel hat die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. "Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen", sagte der Bürgermeister der belgischen Hauptstadt, Yvan Mayeur. Die Lage werde weiter geprüft. Während der Feierlichkeiten zum Jahresende seien Anschläge an mehreren "symbolträchtigen Orten" Brüssels geplant gewesen, hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Allein zum Feuerwerk auf dem Platz De Brouckère in der Innenstadt waren mindestens 50.000 Menschen erwartet worden. Im vergangenen Jahr waren 100.000 Menschen zusammengekommen. "In dieser Situation, können wir nicht garantieren, dass wir alle kontrollieren, die zu dem Ereignis kommen", sagte Mayeur. Gemeinsam mit Innenminister Jan Jambon habe er deswegen die Entscheidung getroffen, die Feierlichkeiten ausfallen zu lassen. "Wir sind beide überzeugt, dass das große Ereignis morgen Abend ausfallen muss."

Belgiens Premierminister Charles Michel sagte im Sender RTBF, er halte die Entscheidung in der gegenwärtigen "unsicheren Situation" für gerechtfertigt. "Es gibt eine spezielle Unruhe, wenn es um Massenereignisse geht."

Weitere Razzien und Festnahmen

Die belgische Polizei hatte in den vergangenen Tagen erneut Wohnungen durchsucht und mehrere Männer festgenommen, von denen sich noch drei in Gewahrsam befinden. Die Staatsanwaltschaft stuft einen als Täter oder Mittäter einer Terrorgruppe ein. Eine zweite Person gilt als Drahtzieher von möglichen Anschlägen und soll islamistische Komplizen für Terrorakte angeworben haben.

Beide Männer kommen nach Informationen von RTBF aus dem Brüsseler Stadtteil Anderlecht und sind Mitglieder des Brüsseler Motorrad-Clubs Kamikaze Riders, dessen Anhänger in sozialen Netzwerken zum Teil mit antisemitischen Parolen aufgefallen sind. Einer der Festgenommenen soll der Chef des Clubs sein. Laut RTBF ist er als radikaler Prediger bekannt. Sprengstoff und Waffen wurden bei den Verdächtigen offenbar nicht gefunden, auch deutet momentan nichts auf eine direkte Verbindung zu den Anschlägen von Paris hin.

Zudem nahmen die Behörden im Stadtteil Molenbeek einen dritten Verdächtigen in Gewahrsam, der am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden solle. Belgischen Medien zufolge soll der Mann in einer Straße gewohnt haben, die Ermittler bereits am 16. November im Rahmen der Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter von Paris, Salah Abdeslam, durchsucht haben sollen.

Silvester - Feiern ohne Angst Auf der Partymeile am Brandenburger Tor laufen die Vorbereitungen zum Jahreswechsel. Die Sicherheitskonzepte wurden nach den Pariser Anschlägen angepasst.