Reaktorblock 1 des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen belgischen Kernkraftwerks Tihange hat sich einem Medienbericht zufolge am Freitagabend automatisch abgeschaltet. Grund sei ein kurzzeitiger Brand in einem nichtnuklearen Bereich des Geländes gewesen, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Electrabel. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Arbeiter, die Bevölkerung oder die Umwelt.

Die Anlage etwa 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit Längerem in der Kritik. In dieser Woche war der Reaktor Tihange 2 wieder angefahren worden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung protestierte wegen Sicherheitsbedenken dagegen. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sprach von einem "Bröckel-Reaktor".

Zuvor war der Reaktor Tihange 2 wegen Materialfehlern abgeschaltet worden. Der Betreiber Electrabel hält den Reaktor nach monatelangen Tests aber für sicher. "Die strukturelle Integrität des Reaktordruckbehälters bleibt in jedem Fall garantiert, sei es im Normalbetrieb oder bei einem Unfall." In Aachen sieht man das anders und rüstet sich bereits für den Ernstfall: Die Landesregierung solle Jodtabletten in Kindergärten und Schulen lagern.