Eine undatierte Aufnahme von Abdelhamid Abaaoud: Er gilt als Planer der Anschläge vom 13. November in Paris. © Handout/Reuters

Belgische Polizisten haben weitere Verstecke der Pariser Attentäter vom 13. November gefunden. In einer Wohnung in der südbelgischen Industriestadt Charleroi seien Fingerabdrücke des Islamisten Abdelhamid Abaaoud gefunden worden, der als einer der Planer der Terroranschläge mit 130 Toten gilt. Abaaoud war wenige Tage nach den Anschlägen bei einem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in Saint-Denis bei Paris getötet worden.

Auch Bilal Hadfi, einer der Selbstmordattentäter vom Fußballstadion Stade de France, hinterließ Fingerabdrücke in der Wohnung, wie die Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte. Ermittler fanden ein weiteres Versteck in Auvelais in der Region von Charleroi. Die Durchsuchungen fanden bereits Ende vergangenen Jahres statt, waren aber bisher nicht öffentlich gemacht worden.

Schon zu Monatsbeginn hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass Polizisten ein Versteck des flüchtigen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam in Brüssel entdeckt hatten. Er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Insgesamt hatten die Paris-Attentäter nach bisherigem Ermittlungsstand Anfang September zwei Wohnungen – in Brüssel und Charleroi – angemietet, Anfang Oktober dann ein Haus in Auvelais. Unter falschen Namen hätten sie jeweils einen Mietvertrag für ein Jahr abgeschlossen, gezahlt hätten sie in bar. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sich die Attentäter in den Wochen vor den Anschlägen dort versteckt hielten. Es wurden jeweils mehrere Matratzen gefunden. Auch der bei den Anschlägen verwendete schwarze Seat Leon sei vor den Verstecken in Charleroi und Auvelais geparkt worden. Auch gesehen wurde vor allen drei Verstecken ein BMW, ebenfalls angemietet von einem der Verdächtigen.

Abdeslam soll für die Logistik der der Terrorserie am 13. November zuständig gewesen sein. Abaaoud wird für die Planung von mehreren Anschlägen verantwortlich gemacht. Er war in Syrien und hatte in Belgien Kontakte zur Islamistenszene.