Der Winterdienst räumt den Schnee auf einer Straße im US-Bundesstaat Virginia. © Michael Reynolds/dpa

Ein Schneesturm hat im Osten der USA an vielen Orten zu Verkehrschaos und vielen Autounfällen geführt. Bis Samstag starben infolge des heftigen Wintereinbruchs zwölf Menschen. Ein 60-jähriger Mann erlag beim Schneeschaufeln einem Herzinfarkt. In Kentucky war am Nachmittag ein Arbeiter auf einem Schneepflug nach einem Unfall erfroren. Die Behörden rechnen mit bis zu 60 Zentimeter Neuschnee und riefen Millionen Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.

"Schwerer Schneefall, zunehmender Wind, Gefahr von Blitzeinschlägen", warnte der US-Wetterdienst NWS. Es gebe eine "Bedrohung für Leben und Besitztümer". Die Blizzard-Warnung gilt für ein Gebiet von Washington bis New York. Bis zu 85 Millionen US-Bürger könnten betroffen sein. Nach Angaben der Website flightaware.com wurden von Freitag bis Sonntag mehr als 8.000 Flüge abgesagt.

Rund um Washington werde es auf dem erwarteten Höhepunkt des Blizzards nur äußerst begrenzt, wenn nicht unmöglich sein, sich per Auto fortzubewegen, warnte der National Weather Service. Der Wintersturm Jonas könnte in der Hauptstadt einen Schneerekord aus dem Jahr 1922 brechen.

Das öffentliche Leben in der Hauptstadt kam bereits am Freitag zum Erliegen. Regierungsbehörden schlossen am Mittag alle Schulen. Der öffentliche Nahverkehr wurde bis Sonntag eingestellt, vom frühen Samstagmorgen an sogar einschließlich des gesamten Metronetzes. Das hat es in dieser Form in Washington noch nie gegeben.

Überschwemmungen an den Küsten befürchtet

Die südlichen Staaten Arkansas, Tennessee, Kentucky, North Carolina, West Virginia und Virginia sind ebenfalls von heftigen Schneefällen betroffen. Laut CNN waren im Südosten 133.000 Menschen ohne Strom. Der Verkehr von Bussen und U-Bahnen wurde für das gesamte Wochenende eingestellt.

Am Samstag soll es ununterbrochen weiter schneien. Bei starkem Wind seien in einigen Regionen sogar bis zu 90 Zentimeter Schnee möglich, warnt der Wetterdienst. Die Behörden befürchten für Samstag Überschwemmungen an den Küsten, da starker Wind angesagt ist. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus – das hat aber vor allem organisatorische und finanzielle Gründe.

Der Blizzard Jonas wird voraussichtlich 24 bis 36 Stunden dauern. Zehn US-Staaten haben den Notstand ausgerufen. Für Sonntag ist strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt.