Am 13. Februar sollen in Brasilien etwa 220.000 Soldaten in besonders betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen, um bei der Bekämpfung der Moskitoart Aedes aegypti zu helfen. Die Mückenart überträgt neben dem Zika-Virus auch Dengue und Gelbfieber. Als weitere Maßnahme sollen etwa 400.000 schwangere Frauen aus ärmeren Schichten, die Sozialleistungen im Rahmen des Programms Bolsa Familia bekommen, Moskitoschutzmittel erhalten.

"Seit 30 Jahren gibt es diese Moskitos im Land und wir haben es nicht geschafft, sie zu eliminieren", sagte Gesundheitsminister Marcelo Castro.

Die Ausgaben für die Maßnahmen sollen nach Angaben des Ministeriums 2016 um 580 Millionen auf 1,87 Milliarden Real (422 Millionen Euro) erhöht werden. Mehr als 550 Tonnen Mückenschutzmittel und Pestizide sollen zur Verfügung stehen.

Das Virus ist binnen wenigen Monaten bereits in 21 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent nachgewiesen worden. Es ist normalerweise nicht tödlich und führt bei rund 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu Fehlbildungen führen kann. Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus und kein Medikament zur Behandlung Erkrankter.

Im am stärksten betroffenen Brasilien wurden bisher 3.893 Fälle der sogenannten Mikrozephalie ermittelt, vor allem im Norden. Dabei ist der Kopfumfang des Kindes zu klein, geistige Behinderungen sind meist die Folge. In sechs Mikrozephalie-Fällen hatten Schwangere sich zuvor mit Zika infiziert.

Mit ihrem Antimückenprogramm will die Regierung zudem Sportler und Besucher der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro schützen. Bisher gibt es zwar keine Verdachtsfälle. An 56.000 Hotels, Bars und Restaurants im ganzen Land sei aber ein entsprechender Maßnahmenkatalog verschickt worden, hieß es. Zudem würden während der Spiele vom 5. bis 21. August Vorsorgemaßnahmen und Diagnosekapazitäten verstärkt. Etwa 266.000 Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen sich verstärkt der Vorbeugung widmen.

Von Vorteil könnte sein, dass die Spiele im brasilianischen Winter stattfinden – da vermehren sich Mücken weniger stark.