Am Anti-Terror-Einsatz in der Hauptstadt von Burkina Faso waren auch französische Soldaten beteiligt. © Ahmed Ouoba/AFP/Getty Images

Die Geiselnahme im Hotel Splendid in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, ist beendet. Nach Angaben von Premierminister Paul Kaba Thiéba wurden 26 Menschen getötet und 56 verletzt. Unter ihnen seien zahlreiche Ausländer. Sicherheitskräfte retteten 126 Menschen aus dem Hotel und 30 weitere aus einem Restaurant, in dem die Islamisten ihren Angriff begonnen hatten.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMII). Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass vier Terroristen erst das Restaurant und anschließend das Hotel angriffen. Vor dem Hotel brannten mehrere Autos aus. Zahlreiche Menschen flohen aus der Umgebung. Zunächst seien keine Sicherheitskräfte zu sehen gewesen.

Französische Soldaten und örtliche Sicherheitskräfte stürmten das Gebäude am Morgen. Die vier Angreifer wurden dabei nach Regierungsangaben getötet. Das Gebiet um das Hotel wurde weiträumig abgesperrt. Soldaten durchsuchten Gebäude entlang der Avenue Kwamé Nkrumah nahe dem Anschlagsort. Dort traf Präsident Roch Marc Christian Kaboré am Abend ein.

Im Norden Burkina Fasos sind unterdessen zwei Australier entführt worden. Ein Arzt und seine Frau seien nahe der Grenze zu Mali entführt worden, teilte die Regierung mit. Dort leisteten sie freiwillige Hilfe. Die Regierung korrigierte damit eine frühere Mitteilung, in der es hieß, dass es sich bei den Entführten um österreichische Staatsbürger handelt.

Mit etwa 60 Prozent stellen die Muslime in Burkina Faso die größte Religionsgemeinschaft dar, gefolgt von Christen und Animisten. Bisher war das Land kaum im Visier islamistischer Extremisten. Unruhen gibt es vor allem seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Blaise Compaoré Ende 2014.

Im vergangenen September verübten Mitglieder der Präsidentengarde einen Putsch, begruben ihre Ambitionen aber bereits eine Woche später. Eine Übergangsregierung kam zurück an die Macht, mittlerweile ist Kaboré Staatspräsident.