Nach den tödlichen Schüssen auf den Teenager Michael Brown war es in Ferguson zu Protesten gekommen. © Rick Wilking / Reuters

Fast anderthalb Jahre nach den tödlichen Schüssen auf den Afroamerikaner Michael Brown hat die Stadt Ferguson einer Reform des Polizeiapparats zugestimmt, teilte die die Verwaltung mit. Der vorläufigen Einigung mit dem US-Justizministerium waren siebenmonatige Verhandlungen vorausgegangen. Mit dem Deal kann die Stadt nun womöglich eine Bürgerrechtsklage der Bundesbehörden vermeiden, die reformunwilligen Polizeiabteilungen sonst gedroht hätte.

Gemäß der Einigung müssen alle Streifenpolizisten, Gefängniswärter und Aufseher in Ferguson Körperkameras und Mikrofone tragen. Die Ausrüstung müsste auch in Polizeiwagen installiert werden. Bei allen Verkehrskontrollen, Festnahmen, Durchsuchungen sowie beim Umgang mit mutmaßliche psychisch kranken Verdächtigen müssten die Kameras aktiviert werden.

Der 18-jährige Brown war am 9. August 2014 von einem weißen Beamten erschossen worden. Zu dem Zeitpunkt war der Teenager unbewaffnet. Sein Tod führte zu Unruhen und Demonstrationen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA. Von einer Anklage des Beamten, den Jugendlichen erschoss, sah eine Jury ab. Seit dem Tod Browns wurden weitere Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze bekannt, etwa in Baltimore und New York.