Die Bundespolizei hilft vom 1. März an mit zwei Schiffen vor der griechischen Küste bei der Rettung von Flüchtlingen und bei der Sicherung der Grenze. Der Einsatz ist Teil der Frontex-Mission in der Ägäis. Dafür trainierten die Besatzungen in der Ostsee die Rettung von in Seenot geratenen Menschen. Das werde voraussichtlich 90 Prozent der Arbeit ausmachen, sagte Frank Rogatty, Einsatzleiter der derzeit noch in Neustadt in Holstein stationierten Polizisten.

Das insgesamt zweiwöchige Training beinhalte unter anderem auch eine psychologische Schulung. Der Einsatz sei vor der Insel Samos geplant. Dort geraten immer wieder Flüchtlingsboote in Seenot. Am Donnerstag waren vor Samos mindestens 24 Flüchtlinge, darunter 10 Kinder, ertrunken.

"Wir rechnen mit dem Schlimmsten und hoffen auf das Beste", sagte Rogatty. Es sei davon auszugehen, "dass wir viel Elend sehen". Gleichzeitig hofften sie aber auch, helfen zu können. Dazu müssten die Beamten speziell geschult werden, da man an Nord- und Ostsee zwar Erfahrung bei der Grenzsicherung und auch bei der Bergung etwa von Schiffbrüchigen habe. Trainiert werden müsse aber vor allem, was zu tun ist, wenn viele Leute gleichzeitig – darunter geschwächte Menschen und Kinder – im Wasser seien und "möglicherweise auch Tote herumtreiben".

Für den Einsatz an den griechisch-türkischen Grenzgewässern vorgesehen sind die Streifenboote BP 64 Börde und BP 62 Uckermark. Die bis zu 23 Knoten schnellen Schiffe sollen am Freitag im Hamburger Hafen auf den Frachter Finesse verladen werden, der sie dann nach Griechenland bringt.

3.000 Menschen kommen täglich

Sehr viele Flüchtlinge machen sich in untauglichen Booten auf den gefährlichen Seeweg von der Türkei nach Griechenland. Der griechische Einwanderungsminister Ioannis Mouzalas hatte vor einer Woche gegenüber ZEIT ONLINE gesagt, derzeit kämen trotz der schlechten Wetterbedingungen etwa 3.000 Menschen täglich, im Sommer seien es etwa 15.000 Menschen pro Tag gewesen.

In der EU mehren sich die Stimmen, dass Griechenland seine Außengrenzen besser gegen den Flüchtlingsandrang schützen solle. Die griechische Regierung wehrt sich gegen die Forderung. Die Seegrenze sei nicht schließbar, eine Seenotrettung sei die einzige Option. "Gemäß dem Völkerrecht, dem Seerecht, der Genfer Konvention, dem europäischen Recht, dem griechischen Recht" müssten in Seenot geratene Menschen gerettet werden, sagte Mouzalas am Montag.